ENDLICH! Auch in Bayern: Unterstützung für Soloselbständige / SchriftstellerInnen

Ein Brief von Arwed Vogel, Landesvorsitzender Bayern des VS in ver.di:

Liebe Kolleg*innen,

ich freue mich, mitteilen zu können, dass in diesen Minuten das Soloselbstständigen-Programm für Künstler, Kulturvermittler und kulturnahe Berufe online geht. Anträge können ab sofort gestellt werden.

Dass es heute kurz vor Weihnachten geschieht, liegt nicht an einem womöglichen Hang der bayerischen Staatsregierung zu sakralen Dramaturgien, sondern an den Schwierigkeiten, die sich in der Endphase noch ergeben haben.

Genauso wie im Frühjahr haben die Bundesprogramme den Arbeitsprozess hier unterbrochen und es wäre alles fast schiefgegangen und erst diese Woche zeichnete sich eine Entspannung und Funktionieren, der von uns geplanten Programme ab.

Die freien Verbände mit mir als Vertreter des VS waren seit September intensiv in die Abstimmungsarbeit mit dem Ministerium als Begleitausschuss eingebunden und können nun ein vertretbares Ergebnis präsentieren, dass hoffentlich auch vielen Schriftsteller*innen und Übersetzer*innen hilft.

Weder die November- und Dezemberhilfen des Bundes noch das Überbrückungsgeld III bilden in irgendeiner Weise die Arbeitsrealität von Schriftsteller*innen und Übersetzer*innen ab . Wir haben keine Fixkosten bis 500000 Euro und meistens auch keine durch Schließungen verursachten Umsatzverluste von 80 %. Das gilt für die Kinder- und Jugendtheater, aber nicht für uns, die wohl zum großen Teil Verluste von 30 - 60 % ihrer Einkommen haben, eine existentielle Bedrohung besonders bei niedrigen und mittleren Einkommen.

Das Soloselbstständigen-Programm in Bayern bietet eine Kompensation ab 30% bei gemittelten Monatseinkommen für Oktober bis Dezember im Vergleich mit dem Zeitraum von 2019.

Im Anhang findet ihr die Pressemitteilung mit allen wesentlichen Informationen und Telefonnummern.

Wir bitten das Programm intensiv zu nutzen, das Geld ist für uns da und steht uns auch als elementare Schöpfer einer Kulturlandschaft zu.

Richtige Angaben sollten aber gemacht werden. Die Hinweise zur strafrechtlichen Relevanz etc. sind jedoch obligatorisch und nicht als Drohung zu verstehen. (Anmerkung: Nur wenn man sich am 31.12.2019 in Privatinsolvenz befand, ist Ja anzukreuzen bei der Frage, ob man sich am 31.12.2019 in finanziellen Schwierigkeiten befand)

Das Online-Prozedere ist von externen Dienstleistern in großer Eile aufgestellt. Beim Probelauf gestern nacht habe ich auch gleich einen Fehler gefunden. Lasst euch nicht irritieren, sondern gebt mir Bescheid, wenn etwas nicht funktioniert: Wir haben einen direkten Draht ins Ministerium, sind auch zwischen den Feiertagen an der Arbeit.

Die jetzige Hilfe ist mit allen Hilfen und auch den Bundesprogrammen kumulierbar.

Für alle Informationen zu Problemen, Höhe und Verlauf der Antragsstellung bin ich dankbar. Das Programm wird weiterentwickelt und soll in den schweren Monaten Januar bis März auch weitergeführt werden. 

Dazu brauchen wir Rückmeldungen.

Mit diesen doch guten Nachrichten gehe ich sehr erleichtert in die Weihnachtsferien und wünsche euch ein gutes Fest und uns allen ein gutes neues Jahr, in dem hoffentlich wieder vieles besser laufen wird...

 

Herzlichst

Arwed Vogel

Landesvorsitzender Bayern des VS in ver.di


Lieber Arwed, im Namen des SYNDIKATs, im Namen aller SchriftstellerInnen, danken wir dir von Herzen für deinen unermüdlichen Einsatz und für diesen großen Erfolg!!!

 

Hier der Anhang. 276.1K