7. Rainer-Esch-Krimi Ein Mandat, das Rechtsanwalt Rainer Esch nicht unberührt lässt: Horst Mühlenkamp weiß, dass er nur noch wenige Monate zu leben hat – die Diagnose lautet Leukämie. Um die letzten Monate genießen zu können, möchte er nun das Angebot der ›FürLeben GmbH‹ annehmen, die Todkranken Kontakte zu Investoren vermittelt. Der Deal sieht so aus: Begünstigter der Lebensversicherung des Sterbenden wird ein Investor, der den Kranken im Gegenzug auszahlt. Ein Geschäft, an dem alle verdienen – dem Versicherten steht sofort eine höhere Geldsumme zur Verfügung, als wenn er den Vertrag vorzeitig kündigen würde; tritt der Todesfall ein, bekommt der Investor von der Versicherungsgesellschaft mehr ausgezahlt, als er eingesetzt hat. Esch soll nun anwaltlich prüfen, ob die Verträge von ›FürLeben‹ in Ordnung sind, legal ist so ein Geschäft jedenfalls. Sechs Monate später: In Recklinghausen-Suderwich explodiert ein Haus. Ein Fall für Hauptkommissar Brischinsky und seinen Mitarbeiter Baumann, denn es gab einen Toten und alles deutet auf Fremdverschulden hin. Aber hatte es wirklich jemand auf Rentner Theo Bauer abgesehen? Oder richtete sich der Anschlag gegen die Besitzer des Gebäudes, ein Apothekerehepaar? Kurz darauf bekommen die Recklinghäuser Beamten noch eine Leiche auf den Tisch, einen toten Jogger. Das ist aber vermutlich eine klare Sache, der junge Mann hat sich wohl übernommen. Als Esch von dem toten Jogger hört, sieht er das anders, denn der Tote heißt Horst Mühlenkamp. Und Mühlenkamp war wider alle Prognosen von der Leukämie geheilt. Nun soll er beim Joggen einfach so umgefallen sein? Welch Ironie des Schicksals, zumal Mühlenkamp dieses Schicksal auch noch weit entfernt seiner üblichen Laufstrecke ereilt hat. Esch kann seine Neugier mal wieder nicht bezähmen und versucht hinter die Kulissen der ›FürLeben GmbH‹ zu gucken. Seine Recherchen führen ihn auch zu diversen Apothekern ... Verkauftes Sterben ist auch als RADIOROPA-Hörbuch erhältlich. Ungekürzte Lesung von Raimund Wurzwallner. Laufzeit ca. 11,15 Stunden. 10 Audio-CDs und 1 Bonus-CD im MP3-Format, 12,80 € Erschienen August 2006 Kritiken (Auswahl): "Schlafstörungen könnte er verursachen, der jüngste Krimi von Jan Zweyer mit Rainer Esch in der Hauptrolle. Er ist so realisisch, so nahe dran an den Menschen, ihren Sorgen, Problemen und Nöten, dass selbst das Unglaubliche Realität wird: Krebspatienten verkaufen ihre Versicherungen und können für einen kurzen Zeitraum einmal so richtig aus dem Vollen schöpfen, die letzten Monate ihre Lebens genießen. (...) Spannung pur ist auf 344 Seiten garantiert. Der Thriller sorgt für so manche Gänsehaut beim Lesen. Und wer das Buch in Händen hält, der fragt, sich so manches Mal: Wie nah dran ist Autor Jan Zweyer eigentlich? Gibt es das nicht doch auch alles bei uns? Wird der bevorstehende Tod eines Menschen zum großen Geschäft für Kapitalanleger? Fra- gen, auf die man eigentlich gar keine Antworten haben möchte. Jedes Wort wäre zu entsetzlich!" Emsdettener Volkszeitung, 31. Juli 2004 "Wer behauptet, dass es keinen originellen deutschen Kriminalroman gebe, der muss nur dieses Buch lesen. Im Zeitalter hemmungsloser Vermarktung - auch nicht-materieller Werte - ist die Idee nur konsequent, aus dem eigenen Tod zu Lebzeiten Profit zu schlagen. Was macht ein Mensch, dem offenbart wird, dass er nur noch wenige Monate zu leben hat, der aber über eine auskömmliche Lebensversicherung verfügt? Zweyers Idee, ein Unternehmen zu erfinden, das den Sterbenskranken ihre Lebensversicherung zu einem Bruchteil des Wertes abkauft, damit sie vor ihrem Tod noch etwas davon haben, wobei das Unternehmen im Todesfall die volle Summe als Begünstigter aus dem Vertrag kassiert, ist so realistisch, dass man nicht glauben mag, so eine Konstruktion bestehe nicht schon in der Realität. (...) Am Ende des Romans ist man fast froh, dass es für Mord auch noch die ganz klassischen Motive gibt. Der Schluss des Romans erinnert etwas an Polanskis Film „Tanz der Vampire". Obwohl das Böse erfolgreich bekämpft wurde, kehrt es doch in anderer Gestalt mit derselben Bedrohung in die Realität zurück. Der Roman hat kein Happyend." Richter ohne Robe, Zeitschrift des Bundesverbandes ehrenamtlicher Richterinnen und Richter e.V., 3/2004