Zornige Väter
Zornige Vätervon Lisa Lercher
Milena
ISBN 978-3852861968
Preis 14,90 €
Ein blutiges Familiendrama in der Vorweihnachtszeit
Zornige Väter, die um ihre Kinder kämpfen.
Ein blutiges Familiendrama in der Vorweihnachtszeit.
Kindesentführung und schließlich: Mord.
Zornige Väter handelt vom bitteren Sorgerechtkampf Väter gegen Mütter und von der Ohnmacht angesichts verlorener Familien. Ein Polizist ermordet seine türkische Frau, eine radikale Väterorganisation verwickelt Anna Posch, die engagierte Beamtin, in ihre illegalen Machenschaften und zu allem Überfluss hadert Annas beste Freundin, die Journalistin Mona Sommer, mit ihrer Situation als Alleinerzieherin und der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Je mehr Anna hinter die Kulissen vermeintlich funktionierender Familien blickt, desto klarer sieht sie statt ewiger Liebe blinden Zorn. Unerbittlich scheint der verzweifelte Scheidungskampf zwischen den Geschlechtern und zwischen den Kulturen.
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Lisa Lercher,
geboren in der Steiermark, hat in Graz Erziehungswissenschaften studiert, lebt seit 1989 in Wien und ist in der Bundesverwaltung tätig. Nach der Veröffentlichung einiger Fachbücher zu ihrem Arbeitsschwerpunkt „Gewalt gegen Frauen und Kinder“, schreibt sie seit 2001 Kriminalromane und Kurzgeschichten. Bislang erschienen sind im Wiener Milena-Verlag die Kriminalromane: „Der letzte Akt“ (2001), „Der Tote im Stall“ (2002), „Ausgedient“ (2004), „Die Mutprobe“ (2006), die Kurzkrimi-Anthologie „Besser tot als nie“ (2008) und “Zornige Väter” (2010). Der Roman “Die Mutprobe” wurde 2009 in einer Gemeinschaftsproduktion des ORF und MDR mit Fernsehstars wie Heio von Stetten, Elisabeth Lanz, Peter Weck, Simon Schwarz, Cornelius Obonya und Max Schmiedl verfilmt. Mehr zur Autorin auf www.krimiautoren.at.
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Drei Fragen an Lisa Lercher
Wann begann Ihre kriminelle Laufbahn?
Angeblich schon in grauer Vorzeit – jedenfalls behaupteten das die mittlerweile verstorbenen Großeltern.
Wie viele Verbrechen gehen auf ihr Konto?
Sofern es ein jüngstes Gericht gibt, werden die Fakten spätestens dann vorliegen.
Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung zu sagen?
Nicht-schuldig: was sonst?
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Leseprobe
Thomas deutet auf den Schreibtisch. Eine Zeitung liegt aufgeschlagen neben dem Telefon. Blutiges Familiendrama im Advent, lese ich. Ein niedliches Kleinkind mit Zöpfchen lächelt mir entgegen. Daneben das Foto eines Buben, der mit großen Augen traurig in die Kamera schaut. Kindern und Ehefrau die Kehle durchgeschnitten. Täter nach missglücktem Selbstmordversuch im Koma. Die Schlagzeile sagt im Grunde alles. Trotzdem verstehe ich immer noch nicht, warum Yasemin weint.
„Was ist los?“, wiederhole ich meine Frage.
Yasemin setzt sich schwerfällig auf ihren Bürostuhl. Sie wirkt erschöpft und irgendwie gealtert. Ihr Blick bleibt an der Meldung über die grausamen Morde hängen, ihre Lippen beginnen zu zittern.
Als hochqualifizierte Fachkraft der Wiener Hotline für soziale Notlagen sollte ich wissen, was in solchen Situationen zu tun ist. Ich fühle mich überfordert. Schließlich greife ich nach der Zeitung, falte sie und lege sie neben mich auf den Aktenschrank. Ich greife nach Yasemins Hand. Sie zuckt zusammen.
„Ich hätte es verhindern können!“, stammelt sie.
Was hätte sie verhindern können? Den Amoklauf dieses Wahnsinnigen, der seine Familie ins Jenseits befördert hat?
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