Wer das Schweigen bricht
Wer das Schweigen brichtvon Mechtild Borrmann
Pendragon
ISBN 978-3865322319
Preis 9,95 €
August 1939
Sechs junge Menschen geben sich das Versprechen, füreinander da zu sein. Während der Nazi-Zeit wird ihre Freundschaft auf eine harte Bewährungsprobe gestellt, denn Verrat wird mit dem Tod bestraft. Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg entdeckt Robert Lubisch im Nachlass seines Vaters, einem Industriemagnaten der Nachkriegszeit, das Foto einer attraktiven Frau und einen Wehrpass, ausgestellt auf einen ihm unbekannten Mann. Was hat das alles mit seinem Vater zu tun? Robert macht sich auf die Suche und stößt dabei auf eine Journalistin, die sofort eine große Story ahnt und bereit ist, dafür auch den Ruf seines Vaters zu opfern. Doch noch bevor sie Robert etwas mitteilen kann, wird sie grausam ermordet. Robert ist entsetzt. Welche alten Wunden hat er mit seinen Nachforschungen wieder aufgerissen …
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Mechtild Borrmann
wurde 1960 geboren und lebt heute in Bielefeld. Ihre Kindheit und Jugend verbrachte sie am Niederrhein. Ihre Krimis sind daher häufig in Kleve und Umgebung angesiedelt. Sie arbeitete u. a. als Tanz- und Theaterpädagogin, war lange Jahre Inhaberin eines Restaurants in der Bielefelder Altstadt und arbeitet heute als freie Autorin.
http://www.mechtild-borrmann.de
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Drei Fragen an Mechtild Borrmann
Wann begann Ihre kriminelle Laufbahn?
Ich habe 2006 meinen ersten Kriminalroman veröffentlicht.
Wie viele Verbrechen gehen auf ihr Konto?
Auf mein Konto gehen keine Verbrechen. Dafür habe ich meine Figuren.
Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung zu sagen?
Die Autorin ist immer unschuldig. Das ist das wunderbare am Schreiben.
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Pressestimmen
Stiller Krimi
….Mechtild Borrmann scheint sich von Krimi-Moden nicht beeinflussen zu lassen. Sie schreibt ihre stillen, schmalen, nicht sehr blutigen Bücher zu Themen, die sie offenbar beschäftigen.
 … auch in „Wer das Schweigen bricht“ wird dem Leser keine zugerichtete Leiche präsentiert, kein Serienmörder und kein besonders heller oder mutiger Polizist. ….
….Mechtild Borrmann erzählt sensibel und berührend von einer Zeit, in der moralische Entscheidungen oft eine ungeheure Mutprobe waren.
Sylivia Staude, 16.02.2011 Frankfurter Rundschau
… ihre Stimme ist einzigartig in der deutschen Krimilandschaft. Nicht weichgespült, nicht marktkonform, sondern eigen. Eine Autorin, die etwas zu sagen hat und dafür auch noch die richtigen Worte, Sätze und Erzählweisen findet.
Ulrich Noller, WDR, über „Mitten in der Stadt“
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Leseprobe
„Zu denken ist die Geschichte leicht, einzusehen aber schwer für all jene, die sie am eigenen Leib erfahren.“
 Albert Camus (1913 – 1960)
Kapitel 1
12. November 1997
Wie still. War es hier immer so still gewesen? Robert Lubisch stand am Fenster und sah hinaus in den Garten.
Am Ende des weitläufigen Grundstücks schimmerten die hohen Douglasen fast blau vor einen milchigen Himmel. Frühnebel lag wie gezupfte Watte auf dem Rasen, waberte um die Rhododendronbüsche und den Sockel der lebensgroßen marmornen Diana, die wehrhaft, mit einem Bogen in der Hand, fror. Immer hatte sie so gefroren, nur manchmal, wenn im Sommer die Mittagssonne senkrecht in den Garten fiel, hatte der Stein golden und warm geschimmert.
Er erinnerte sich noch an den Tag, an dem sie aufgestellt wurde. Ein Teil des Gartenzaunes musste abgerissen werden, damit der Lastwagen in den Garten fahren konnte. Er war elf oder zwölf Jahre alt gewesen. Ihr Gewand ließ die rechte Brust frei, und in den ersten Wochen, immer wenn er sich unbeobachtet glaubte, stieg er auf den Sockel und fuhr mit den Fingern über die perfekt modellierte Brustwarze. Die kleinen Unebenheiten und die glatte kühle Kuppe unter den Fingerspitzen, hatten seine ersten sexuellen Phantasien angeregt.
Er stellte sich Diana in seinem kleinen Garten in Hamburg vor, eingepfercht zwischen Terrasse und der Hecke zum Nachbargrundstück. Er lächelte.
Zu groß. So war es mit allem, was er mit seinem Vater verband. Alles war ihm, Robert, immer zu groß vorgekommen. Die Gesten, das Haus, die Feste, die Reden, die Ansprüche und Erwartungen.
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