Roman 2012
Die für den Friedrich-Glauser-Preis 2012 nominierten RomaneIn dieser Woche empfehlen wir Ihnen die für den Friedrich-Glauser-Preis 2012 nominierten Kriminalromane.

Mechtild Borrmann -
Wer das Schweigen bricht (Pendragon)
Mechtild Borrmann gelingt es, mit wenigen Worten komplexe Charaktere zu entfalten. In einem ruhigen Sprachrhythmus erzählt sie von Freundschaft, von Idealen und deren Zerstörung und von der “verheerenden Kraft zurückgewiesener Liebe”. Die Geschichte reicht zurück in die Nazi-Zeit. Im Nachlass seines verstorbenen Vaters findet Robert Lubisch nicht nur Dokumente eines SS-Mannes, sondern auch das Foto eines Mädchens. Sollte sein stets übermächtiger Vater, dessen Erwartungen Robert nie hatte gerecht werden können, eine Geliebte gehabt haben? Robert Lubisch forscht nach und stellt fest, dass die Erzählung des Vaters über dessen Kriegsvergangenheit nicht stimmen kann. Wer war sein Vater wirklich? Lubisch macht sich auf die Suche nach Antworten und muss feststellen, dass noch fünfzig Jahre später jemand die Enthüllung der Wahrheit um jeden Preis verhindern will.
Ein wunderbar dicht erzählter, vielschichtiger Roman, bei dem die Bilder im Kopf entstehen.
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Lukas Erler -
Mörderische Fracht (Kein & Aber)
Was in Mombasa, Kenia, seinen Anfang nimmt, sich über Grosny, Tschetschenien, als Plan zu einem schrecklichen Anschlag auf einen Öltanker in der berüchtigten Kadet-Rinne in der Mecklenburger Bucht entpuppt, wird für Thomas Nyström zum Wettlauf mit der Zeit. Der Autor steuert seine Protagonisten mit effizienter zielgerichteter Sprache durch eine Geschichte voller Rasanz, eindrucksvoller Schilderungen psychischer Ängste und persönlicher Rache. Ein Highlight in der Thrillerlandschaft.
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Christian Mähr –
Das unsagbar Gute (Deuticke)
Der Tod der pensionierten Chemielehrerin Leupold aus Dornbirn zeitigt ungeahnte Konsequenzen: Ihr Kater braucht ein neues Zuhause, ihr Enkel Manfredo muss mit dem eilends angeheuerten Chemiker Dr. Romuald Nowak das illegale Drogenlabor seiner Großmutter im Keller fortführen und sich dabei eiskalte Erpresser, sowie die Wiener Unterwelt vom Hals halten, und alle Beteiligten, auch ein Killer und die Dornbirner Nachbarn, geraten in ein zunehmend schneller kreiselndes Karussell aus tödlichen Zufällen. Das unsagbar Gute ist im besten Sinne eine Mischung aus Genrepersiflage, Schlitzohrenroman und Katzenkrimi, erzählt mit einer kongenial-lapidaren Schnoddrigkeit.
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Andreas Pittler -
Tinnef (echomedia)
1913: Stalin flaniert nach einer Zusammenkunft mit dem Umstürzler Uljanow, genannt Lenin, am Wienfluss entlang zum kaiserlichen Schloss. Ein junger Generalstabsoffizier baumelt am Kronleuchter. K&K-Offiziere und Adelige geraten unter Verdacht. Und mitten drin Bronstein, in ein Adelsfräulein verliebter Polizist und sein Freund, der „rasende Reporter“ Egon Kisch, der von Prag nach Wien eilt, um gemeinsam mit ihm einen der brisantesten Spionagefälle der Österreichischen Monarchie auf die Spur zu kommen. Der Autor schildert mit Humor und großem Hintergrundwissen das Flair der Zeit, das selbst bei Kennern des alten Wiens schmunzelndes Staunen hervorruft und uneingeschränktes Lesevergnügen bietet.
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Michael Theurillat -
Rütlischwur (Ullstein)
Ein dreizehnjähriges Mädchen, findet Unterschlupf in einem Schweizer Kloster. Ihr Ziehvater hat ihr zuvor eröffnet, dass ihre richtigen Eltern bei einem Verkehrsunfall ums Leben kamen. Fünfzehn Jahre später, ist sie zu einer sympathischen jungen Frau mit einem kompromisslosen Verhältnis zur Wahrheit herangewachsen und arbeitet in einer renommierten Züricher Privatbank als Computerspezialistin. Zynische Geldmachenschaften und ein gestresster Kommissar, hinter dessen Rücken an Reputation und Job gesägt wird, sind die Komponenten für ein packendes und hochaktuelles Kriminalroman-Puzzle, rund um das Schattenreich der internationalen Finanzwelt. Ein Buch der Sonderklasse mit Herz und Hirn.
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Für den Friedrich-Glauser-Preis, den Autorenpreis deutsche Kriminalliteratur 2012, konnten bis 30.11.2011 deutschsprachige Kriminalromane von Verlagen eingereicht werden, die im Jahr 2011 erstmals erschienen sind (Originalausgaben).
Es wurden 299 Titel bei der Jury eingereicht.
Die Juroren waren:
Anke Cibach, Edwin Haberfellner, Silvija Hinzmann, Tatjana Kruse, Ilka Stitz
Alle eingereichten Bücher finden Sie hier >>
Der Preis in der Sparte „Roman“ ist mit 5.000 € in bar in nicht fortlaufend nummerierten Scheinen dotiert.
Der Preisträger wird auf dem „Tango Criminale“, der großen Abschlussgala bei der CRIMINALE 2012 im Hochsauerlandkreis am Samstag, den 28. April 2012 verkündet und geehrt.
Jury-Organisation
Beate Maxian
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