Autorenfoto AJ Schulte klein

Ein Erfahrungsbericht

Meiner Ansicht nach gibt es ein paar Basics, die jede Krimiautorin und jeder Krimiautor haben muss. Die eigene Website steht da ganz, ganz oben auf der Rangliste. Warum? Weil man über diesen Weg seine Bücher vorstellen kann, über Termine informiert, Materialien für die Pressearbeit zur Verfügung stellt. Autoren ohne Website gehen gar nicht.

Es gibt viele Möglichkeiten, an eine eigene Website zu kommen. Man kann einen Webdesigner oder eine Agentur beauftragen, einen entsprechenden Auftritt im Netz zu gestalten und zu programmieren. Damit hat man in der Regel ein professionelles Ergebnis, genießt die Beratung durch einen Fachmann und hat selbst wenig Arbeit. Im Idealfall liefert man ein paar Eckdaten und Fotos und bekommt – sozusagen schlüsselfertig – den Onlineauftritt geliefert. Einen Auftritt, der hoffentlich ein Unikat ist.

Der Nachteil: Das Ganze ist nicht billig und kann schnell einen vierstelligen Betrag kosten. Man muss einigermaßen genau erklären können, was man sich so vorstellt, und vor allem, jede einzelne Änderung, die man später mal vornehmen möchte, kostet zusätzliches Geld.

Zusätzliches Geld kostet eine Website natürlich nicht, wenn man einen guten Kumpel oder eine nette Freundin an der Hand hat, die sich mit der Erstellung von Internetseiten auskennt und bereit ist, zu helfen. Auch da muss man die Eckdaten kennen und ein paar Fotos abliefern, auch da muss man erklären können, was man sich so vorstellt.

Wer seinen Webauftritt eher statisch sieht, sozusagen als unveränderliche Visitenkarte im Netz, ist mit dieser Lösung fein raus.

Schwierig wird es bei regelmäßigen Änderungen. Und genau hier liegt der Knackpunkt: Das Potenzial der Onlinepräsenz ist erst dann richtig ausgeschöpft, wenn man ohne lange Vorlaufszeiten neue Termine eintragen, aktuelle Informationen zu neuen Büchern veröffentlichen oder sogar einen eigenen Buch-Blog erstellen kann. Es kann eine Freundschaft schwer belasten, wenn man bei jeder noch so kleinen Änderung immer auch die Zeit und den Goodwill des guten Kumpels oder der netten Freundin angewiesen ist.

Genau das war der Grund, der mich aufhorchen ließ, als mir ein Freund von seinen Erfahrungen mit einem Website-Baukasten berichtete. Ein solcher Website-Baukasten erfüllt alle Ansprüche, die ich bei der Gestaltung und Pflege einer Website habe.

Hier also Schultes Top 5 für die Entscheidung, wie man an seinen Auftritt im Internet kommt:

Platz Nummer 5: Das Ganze soll zu überschaubaren Kosten möglich sein.

Platz Nummer 4: Der Auftritt muss professionell aussehen.

Platz Nummer 3: Der Auftritt sollte die gängigen Sicherheitsanforderungen erfüllen und ein responsives Design haben (das heißt, wenn ein Besucher die Website über ein Smartphone oder ein Tablet aufruft, passt sich das Seitenlayout automatisch an).

Platz Nummer 2: Die Website sollte man ohne große Einarbeitungszeit bearbeiten können. Im Idealfall gibt es Anleitungen, Tutorials oder einen Support, den ich anrufen kann.

Und – Trommelwirbel – Platz Nummer 1 unter Schultes Top 5:

Ich kann jederzeit selbst, ohne großen Aufwand, Texte ändern, Fotos und andere Dateien einfügen und habe damit vollen Zugriff auf die Inhalte der Seiten.

Es gibt in Deutschland drei große Anbieter, die Baukästen anbieten: Jimdo, Strato und 1&1.

Um es gleich vorweg zu sagen, nein, ich werde nicht von 1&1 gesponsert – schön wär‘s. Dass deren Angebot näher beschrieben wird, hat schlicht den Grund, dass ich seit gut fünf Jahren mit dem Internetseitenangebot dieses Anbieters arbeite.

Bevor es aber an die eigentliche Gestaltung und den Aufbau der Website geht, erst noch ein paar Tipps, die ihr beherzigen solltet, egal, mit welchem Angebot ihr arbeitet.

Denkt zuerst darüber nach, was ihr an Informationen veröffentlichen wollt. Es gibt für die Websites unzählige Designvorlagen. Manche sind sehr stark auf Fotos ausgerichtet, andere wiederum auf Text. Natürlich kann man vieles anpassen, aber wenn ihr eine Vorlage auswählt, auf deren Startseite bereits zwölf Fotos das Grundlayout ausmachen und ihr habt nur zwei Fotos, dann sucht ihr besser eine andere Vorlage aus.

Ich hatte zum Beispiel eine Vorlage, auf der eine Spalte dauerhaft auf jeder Seite zu sehen war, auch auf der Startseite. In dieser Spalte hatte ich dann aktuelle News eingetragen. Am Ende störte es mich, dass diese Spalte ebenfalls auf der Startseite war, also habe ich eine neue Vorlage ausgewählt. Vorteil: In der Regel werden alle Inhalte in die neue Vorlage übernommen, man ist also nicht auf ewig an ein Design gebunden.

Überlegt euch sinnvolle Unterseiten. "Über mich", "Presseinformationen", "Meine Bücher", "Veranstaltungen" und "Kontakt" könnten beispielsweise solche Unterseiten sein. "Impressum & Datenschutzerklärung" sind gesetzlich vorgeschrieben, dafür gibt es im Netz Musterformulierungen, die man verwenden darf.

Es hilft bei der Arbeit, wenn ihr auf eurem Rechner schon Ordner mit Material anlegt. Zum Beispiel: Die Cover der Bücher als jpg-Dateien, Fotos, Texte als Worddatei wie die Kurzvita, Klappentexte, Pressetexte, Logos von den Verlagen oder eurer Agentur, ISBN-Nummern der Bücher, Autoreninfos als pdf-Datei (kann man dann zum Download anbieten) oder Leseproben. Es spart enorm Zeit, weil man Fotos gezielt hochladen oder einen Wordtext per Copy & Paste später einfügen kann.

Und jetzt ans Eingemachte. Auf der Website des Anbieters 1&1 kann man in wenigen Schritten einen Vertrag für einen Website-Baukasten abschließen. Das Ganze heißt "MyWebsite", und es gibt drei Preiskategorien. Die kleinste Kategorie reicht für eine Autorenseite bereits aus, bei der mittleren Kategorie hat man die Vorteile der Mehrsprachigkeit, kann verschiedene kleinere Apps einbinden, beispielsweise einen Anfahrtsroutenplaner oder einen Blog, und hier ist im Preis auch eine Domain enthalten.

Wer über eine Internetseite seine Bücher nicht nur zur Bestellung anbieten will, sondern direkt einen Onlineshop mit Bezahlfunktion einbinden möchte, auch für den gibt es ein entsprechendes Baukastenangebot. Der kleinste Tarif, der sogenannte Tarif Personal, wird zum Zeitpunkt dieses Beitrags ab 2,99 Euro im ersten Jahr angeboten. Die Preise für Domains variieren je nach gewählter Endung. Eine .de-Domain ist beispielsweise ab 0,29 Euro im ersten Jahr erhältlich.

Wer bereits bei 1&1 eine Domain besitzt, kann natürlich diese Domain mit seinem Baukasten verknüpfen. Selbst verständlich kann man auch vorhandene Domains zu 1&1 umziehen, wie das funktioniert, kann man hier nachlesen.

Die nächsten Schritte sind einfach. Wer möchte, kann für seine Domain eine Online-Visitenkarte veröffentlichen. Sozusagen eine virtuelle Ankündigung, dass hier demnächst eine neue Autoren-Website zu finden sein wird. Diesen Schritt würde ich allerdings nur gehen, wenn ich weiß, dass a) meine Domain schon bekannt ist und regelmäßig besucht wird oder b) wenn ich davon ausgehe, dass ich in der nächsten Zeit keine Möglichkeit finden werde, eine Website zusammenzustellen. Die Zusammenstellung der Website ist mit der richtigen Vorbereitung in wenigen Stunden erledigt, man muss also nicht unbedingt eine virtuelle Visitenkarte veröffentlichen, sondern kann gleich weitermachen.

Jetzt hat man die Qual der Wahl, denn man muss sich für eine Designvorlage entscheiden. Keine Sorge, wie gesagt, ist ja nicht für immer. Die sogenannten Branchenvorlagen bieten Webauftritte an, bei denen schon bestimmte Unterseiten vorhanden sind. Übrigens inklusive eines Vorschlagstextes, den man natürlich anpassen kann. Leider gibt es meines Wissens noch keine Branchenvorlage für Krimiautoren ...

Auswahl Vorlagen

Zu Beginn gibt es sogar eine kurze "Tour", um mit dem Baukasten vertrauter zu werden.

HilfefensterAußerdem findet man Videoanleitungen und Hilfetexte in dem Programm.

Die Designvorlage kann man offline bearbeiten. Wie sie für einen externen Besucher aussieht, kann man leicht im Vorschaumodus überprüfen.

vorschau übersicht

Die Bilder in den Designvorlagen dienen lediglich als Platzhalter, hier kann man natürlich seine eigenen Fotos und Grafiken einfügen, das geht mit wenigen Mausklicks. Die Fotos lassen sich sogar in einem bestimmten Umfang bearbeiten.

Bild ändernDas Programm bietet außerdem rund 17.000 Bildvorlagen, vielleicht wird man auch da fündig.

Texte, Bilder, Trennstriche, Platzhalter für Videos und andere Medien, eine Downloadmöglichkeit für Dateien, kleinere Apps und vieles mehr lassen sich auf einer Seite einfügen, indem man aus dem "Elemente Menü"

Elementemit der Maus das gewünschte Element auf die entsprechende Stelle der Seite zieht. Das Programm erkennt, ob in der Designvorlage der Platz für das gewünschte Element vorhanden ist. Sollte das der Fall sein, öffnet sich ein zusätzliches Hilfsfenster und man kann zum Beispiel einen Text schreiben oder einfügen

text eingeben
aber auch versteckte Links hinterlegen ("Meine Bücher können Sie mit Widmung hier bestellen"), die dann zu Unterseiten oder externe Internetseiten führen.

Ebenso leicht lassen sich neue Unterseiten generieren.

neue SeitenIst der Webauftritt später veröffentlicht und man möchte eine neue Unterseite hinzufügen, empfiehlt es sich, dass man die Seite im Hauptmenü zunächst als "nicht sichtbar" markiert. So kann man in aller Ruhe die neue Seite gestalten, bevor man das Ganze per Mausklick veröffentlicht. Ich habe zum Beispiel die Unterseite für ein neues Buch bereits vorbereitet, und sobald mir mein Verlag die Erlaubnis erteilt, dass ich das neue Cover veröffentlichen darf, werde ich die Seite freischalten.

Übrigens: Man kann einzelne Schritte, wie beispielsweise das Einfügen eines Elements, ausprobieren und danach sofort wieder rückgängig machen, wenn es einem nicht gefällt. Darüber hinaus erstellt das Programm automatisch Sicherheitskopien.

SicherFazit: Es macht Spaß, mit dem Baukasten seine eigene Website zusammenzustellen. Weil sich viele Elemente, Schriftarten und Farben anpassen lassen, habe ich persönlich auch nicht das Gefühl, dass dadurch eine 08/15-Website von der Stange entsteht. Wobei es natürlich bei Seiten, die prägnante grafische Layouts haben, schneller zu Dubletten mit anderen Seiten im Netz kommen könnte. Bei uns Krimiautoren ist diese "Gefahr" eher gering. Der Baukasten lädt dazu ein, herumzuexperimentieren, mit Texten, Fotos und den Gestaltungselementen zu spielen. Was ich aber besonders schätze, ist die Flexibilität, zu jeder Tages- und Nachtzeit Zugriff auf die Gestaltung und die Inhalte meines Internetauftritts zu haben.

Wenn ihr das Ganze ausprobieren möchtet – 1&1 bietet ein 30-Tage-Rücktrittsrecht an, man geht also kein Risiko ein. Einfach mal testen …

In diesem Sinne … bleibt neugierig!


Euer
Andreas

www.krimiautor.com

Mehr über Andreas J. Schulte hier.