Wissenswertes und Interessantes, Recherchemethoden und -ergebnisse – Einblicke in die Krimiwelt und die Welt ihrer Autoren.

Wir alle erleben es täglich: Jemand sagt etwas und wir interpretieren das, was gesagt wurde. Schließlich sagen Menschen oft nicht das, was sie denken. Das, was interessant ist, steht dann zwischen den Zeilen. Das gilt besonders für Geschichten. Und ganz besonders für Witze.

Der Mann kommt nach Hause, findet seine Frau mit der Nase im Kochbuch. "Warum liest du Kochbücher? Du kannst eh nicht Kochen!"
"Du siehst ja auch Sexfilme!"

Als Lektor bin ich ein professioneller Schizophrener. Ich muss ein guter Leser sein, mich in den Text versenken können. Und gleichzeitig sitze ich mit dem Rotstift daneben und notiere, wenn ich (mein Leser-Ich) das Interesse verliere, wo die Spannung verloren geht und ob ich mit den Personen wirklich einige Stunden verbringen will.

Der erste Leseeindruck ist wichtig. Vieles, was mir dabei begegnet, kann ich gleich korrigieren. Die Delete-Taste ist der beste Freund eines Autors, heißt es. Lektoren haben mit dieser Taste sogar Blutsbrüderschaft geschlossen. Schreiben ist einfach, man muss nur die falschen Worte weglassen, hat Mark Twain gesagt. So mancher Text gewinnt durch geschickten Einsatz dieser Taste bereits Tempo und Spannung. Natürlich kann es nicht beim einmaligen Lesen bleiben. Über einen Text zu schlafen, ist immer eine gute Idee. Und am nächsten Morgen kontrolliert mein Rotstift-Ich, ob das, was mein Leser-Ich am Tag zuvor verbrochen hat, auch funktioniert.

Barbara Sukowa spielte Rosa Luxemburg im Film von Margarethe von Trotta. Noch vier Wochen danach hinkte sie, wie Rosa Luxemburg gehinkt hatte. Sprach mit polnischem Akzent.

Dann spielte sie Hannah Arendt. Sprach ihr Amerikanisch plötzlich mit deutschem Akzent wie Hannah Arendt, obwohl sie akzentfreies Amerikanisch spricht. Brachte damit ihre Familie zur Verzweiflung.

Das Internet ist kein Ponyhof. Wo auch immer man surft, hinterlässt man unweigerlich Spuren, wird von Werbenetzwerken ausspioniert und tausendfach pro Sekunde verkauft. Auch unsere Offline-Daten wie Kartenzahlungen, wo wir gehen und stehen, werden getrackt und ausgewertet. Aber was kann man dagegen tun?

Es gibt ein paar Kniffe, die einem bereits helfen. Das sieht gleich nach ganz viel aus, aber keine Panik. Wenn ihr euch jede Woche eines der Themen vornehmt, seid ihr zu Weihnachten schon sehr viel weiter!

Gift ist nicht immer tödlich

Es war im Fernsehen, und es schwirrt mir immer noch im Kopf: Da starb das Mordopfer an einer Überdosis Midazolam. Die Quelle des Wirkstoffs: der schrullige Inselarzt. Er hatte noch einen Restbestand in seinem Depot. Die Tabletten wurden dem Opfer heimlich in ein Glas Whisky gegeben, umgerührt, und das Opfer hat nichts gemerkt, ist einfach tot umgefallen.

Ich hätte platzen können! So viel Unsinn auf einmal. Aber der Reihe nach:

Ich hatte gelernt, mit Benzodiazepinen* kann man sich nicht umbringen!

SYNDIKATs-Mitglied Günther Zäuner berichtet einmal monatlich in seinem Krimisalon über die deutschsprachige Krimiszene.