Kurzkrimi

Die für den Friedrich-Glauser-Preis 2009 nominierten Kurzkrimis

Die Kurzkrimis, die für den Friedrich-Glauser-Preis 2009
nominiert worden sind:

Sebastian Fitzek - “Alles für Bergkamen”
aus: Mord am Hellweg IV, Grafit
Eine vom Bergbau geschundene Landschaft wird von ihren Bewohnern ebenso geliebt wie erlitten. Dort trifft jugendlicher Idealismus auf ausgewachsene kriminelle Energie. An der Oberfläche wirkt alles ganz normal in Bergkamen, und man muss schon genau hinsehen, um die Risse in den Häusern und Straßen zu erkennen. Immerhin: Sie sind sichtbar. Bei den Menschen hingegen ist die Täuschung zuweilen vollkommen. Sebastian Fitzek spielt mit Schein und Sein und schafft ein explosives Stück Heimatkunde der atemberaubenden Art.

Der Autor Sebastian Fitzek wurde 1971 in Berlin geboren, studierte Jura, promovierte über das Urheberrecht, arbeitete bei verschiedenen Radiostationen und entwickelte für das Fernsehen TV-Shows. Bis jetzt sind von ihm zwei Thriller beim Knaur Verlag erschienen („Die Therapie“ und „Amokspiel“), wovon der erste in diesem Jahr für den Friedrich-Glauser-Preis in der Sparte Debüt nominiert war.

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Sandra Lüpkes - “Das Gewissen von Werl”
aus: Mord am Hellweg IV, Grafit

Im Kampf gegen das Unrecht in der Welt hat Andi Kortmann mal wieder zu tun. Bewaffnet mit einem Protestschild macht er sich auf zum heimischen Kartoffelkönig, um ihm die Meinung zu schreiben. Als Andi auf dem Hof ein BMX-Rad findet, welches vor vielen Jahren nach einem Mädchenmord spurlos verschwunden war, überschlagen sich die Ereignisse. Sandra Lüpkes’ Kurzkrimi “Das Gewissen von Werl” lebt von einem hervorragenden Spannungsaufbau und dem Erzählton einer wunderbar skurrilen Hauptfigur.

Die Autorin Sandra Lüpkes, geboren 1971 in Göttingen, verbrachte die längste Zeit ihres Lebens auf der Nordseeinsel Juist und wohnt nun in Münster und Ostfriesland, wo sie als freie Autorin und Sängerin arbeitet. Mit ihren 8 bereits erschienenen Kriminalromanen und einer Kurzgeschichtensammlung hat sie bereits eine Gesamtauflage von knapp 200.000 Exemplaren erreicht. Caren Miosga, Kulturjournal N3: “Sandra Lüpkes kann es – und sie kann es gut!” Süddeutsche Zeitung: “Sie ist jung, blond, Sängerin einer Rockband und inzwischen bei Rowohlt – ein Nachwuchsstar der deutschen Krimiszene.” taz Hamburg: “Die Mikrokosmonautin” Nordwest-Zeitung: “So spannend kann Norddeutschland sein.”

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Jörg Juretzka - “Die Matratze von Uentrop”
aus: Mord am Hellweg IV, Grafit

Eine Wasserleiche auf einem Campingplatz in Hamm. Super Stoff für ein Drehbuch. Und trotzdem hat der verantwortliche Redakteur so einiges zu meckern. Schließlich dürfen weder religiöse Gefühle verletzt werden noch Experten mit Migrationshintergrund unter den Tisch fallen – und am allerwichtigsten: „Vorne muss die Leiche liegen“ – sonst passt es nicht ins Format. In Jörg Juretzkas Satire verwischen die Ebenen von Drehbuchdialog und – besprechung auf vergnüglichste Weise. Und indem der Autor die Bedingungen des Drehbuchschreibens karikiert, sprüht er gleichzeitig gesellschaftskritische Funken.

Der Autor Jörg Juretzka wurde 1955 in Mülheim/Ruhr geboren, schreibt, seitdem er denken kann – „also seit meinem 35. Lebensjahr“. Ihm gelang mit seiner eigenwilligen Kristof-Kryszinski-Reihe bisher vor allem Achtungserfolge. Sowohl ‘Prickel’ als auch ‘Der Willy ist weg’ wurden mit dem Deutschen Krimi-Preis ausgezeichnet. Dabei sind seine Romane ebenso kantig markant wie der Autor, der Raymond Chandler zu seinem Idol erklärt, gelernter Blockhüttenbauer in Kanada ist und mit seinen Büchern sowenig verdiente, dass er bis zu ‘Equinox’ hauptberuflich Tischler blieb. Seitdem bestimmt nur noch das Schreiben seinen beruflichen Alltag, Juretzka arbeitet als Drehbuchautor an einer Sitcom für Pro Sieben und der Equinox-Verfilmung, für die sich Peter Thorwarth („Was nicht passt, wird passend gemacht“) verantwortlich zeigen wird. Jörg Juretzka wurde zweimal in Folge (2003 für ‘Fallera’ und 2004 für ‘Equinox’) für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert, 2006 wurde ihm der Literaturpreis Ruhr verliehen.

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Hans Forster – “Himmel und Hölle”
aus: Im Kreis der Familie, S. Fischer Verlag

Was ist, wenn Fahrstühle mehr bedeuten, als nur Gebrauchsgegenstände, mehr als Verbindungsglieder zwischen oben und unten oder angenehme Erleichterungen im Alltag? Wenn sie zur Besessenheit führen, zum Fetisch werden, jedes Detail der Maschine wichtig wird? Wortstark und zielsicher lässt Hans Forster seine LeserInnen in dieser so scheinbar simplen und ausgereiften Technik auf und ab fahren, bis sie schließlich ihre Gefährlichkeit offenbart.

Hans Forster war mit “Himmel und Hölle” 2008 bereits für den Agatha-Christie-Krimipreis nominiert.

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Judith Merchant - “Monopoly”
aus: Money. Geschichten von schönen Scheinen,
Verlag Johannes Heyn

Alles hat seinen Preis. Aber wer bezahlt, wenn sich eine Frau für eine Nacht voll Lust und Liebe entlohnt sieht, als wäre sie eine Hure? Mit nichts als einem roten Mantel bekleidet, stürmt die Protagonistin durch Judith Merchants furiose und messerscharfe Geschichte, nur um etwas spät festzustellen, dass der (Geld-)Schein vielleicht auch trügen kann.

Die Autorin Judith Merchant wurde in Bonn geboren und studierte dort sowie in Münster Germanistik mit wechselnden Begleitfächern. In einer Schreibkrise ihrer Doktorarbeit entstanden erste Kurzgeschichten. 2008 erschien der erste Kurzkrimi. Der zweite, „Monopoly“, ist für den Friedrich-Glauser-Preis 2009 nominiert. Judith Merchant arbeitet als Dozentin in der Erwachsenenbildung und für die Uni Bonn und schreibt gerade an ihrem ersten Kriminalroman. Sie lebt mit ihrer Familie in Königswinter.


Der/Die Preisträger/in wird auf dem “Tango Criminale”, der großen Abschlußgala bei der CRIMINALE in Singen am Samstag, den 9. Mai 2009 verkündet und geehrt.
Weitere Informationen zum Friedrich-Glauser-Preis 2009 in der Sparte Kurzkrimi finden Sie hier >>

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