Debütroman

Der Preis in der Sparte "Debütroman" ist mit 1.500 Euro in bar in nicht fortlaufend nummerierten Scheinen dotiert. Der Preisträger 2017 wurde am Samstag, dem 6. Mai 2017 während der 31. CRIMINALE, des Jahrestreffens des SYNDIKATs, in Graz (Österreich) verkündet und geehrt.

Preisträger des Friedrich-Glauser-Preises 2017 in der Sparte "Debüt":

DerletztePfeilschloesser frankFrank Schlößer
Der letzte Pfeil, Emons

Frank Schlößer entführt den Leser mit Der letzte Pfeil in die Frühzeit. Die kunstvolle Sprache des Erzählers zieht uns in eine Geschichte von Manipulation bis hin zum Umgang mit Fremden, die heute ebenso aktuell ist wie damals. Als Leserin, als Leser fühlen wir uns zunächst zivilisatorisch überlegen, wir wissen so viel mehr als der namenlose, steinzeitliche Erzähler. Durch ihn erleben wir hautnah, wie sich alle Gewissheiten auflösen und die Machtverhältnisse auf den Kopf gestellt werden. Der Erzähler kann den Unheilsbringer zwar töten, das steht von Anfang an fest, doch die Entwicklung kann er nicht aufhalten. Seine Welt ist zu Ende. Und plötzlich bröckelt unsere scheinbare zivilisatorische Überlegenheit, und wir fragen uns: Kennen wir das nicht alles irgendwie?



Bild & Musik: Ingo Buranaseda
Sprecherin: Nadine Buranaseda

Das SYNDIKAT gratuliert ganz herzlich!

 

Außerdem nominiert waren:

Kopfjagd1 gallert peter1 reiter joergPeter Gallert und Jörg Reiter
Kopfjagd, Emons
Die Autoren Gallert und Reiter legen mit Kopfjagd einen gut recherchierten Thriller vor, der von einem enthaupteten arabischen Geschäftsmann in Berlin zu südostasiatischen Seenomaden führt. Mit dem Ethnologen Heiko Brandt haben sie eine verletzliche und intelligente Hauptfigur geschaffen, die von Anfang an glaubwürdig ist. Die knappe, schnörkellose Sprache und die pointierten Dialoge überzeugen.

 

  


NeuntöterUleHansenUle Hansen
Neuntöter, Heyne
Ein starker Thriller, bildgewaltig, ständig die Richtung wechselnd, aufgekratzt. In Neuntöter entführt das Autorenduo Ule Hansen den Leser auf den Spuren einer bizarren Mordserie an abseitige Berliner Orte. Emma Carow ist trotz oder wegen ihres Traumas eine enorm starke Ermittlerin. Ein Buch, das lange nachhallt.

 

 

 


der schnee das feuerGerhardJägerGerhard Jäger 
Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod, Blessing Verlag
In seinem wortgewaltigen, beinahe schon wortwütigen Debüt Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod entführt Gerhard Jäger den Leser in ein Tiroler Bergdorf des Lawinenwinters 1950/51. In kunstvoll wechselnden Rhythmen und Perspektiven versteht er es, die Verschlossenheit der Dorfgemeinschaft und die lähmende Leere der Eingeschlossenheit so authentisch zu vermitteln, dass wir uns der kommenden Katastrophe nicht entziehen können.

 

 


AschenkindSofie Rathjens 2Sofie Rathjens
Aschenkind, Aufbau Verlag

Sofie Rathjens erzählt in ihrem Roman von einem norddeutschen Dorf, seinen skurrilen Bewohnern und von Leonie. Kaum trifft die junge Lehrerin in ihrer neuen Heimat ein, findet sie die Leiche eines Mädchens. Die Autorin zieht mit ihrer direkten Sprache und ihrem sympathisch-sarkastischen Humor den Leser sofort in die Handlung und lässt ihn bis zum Schluss nicht los.



 


 

Für den Friedrich-Glauser-Preis, den Autorenpreis deutsche Kriminalliteratur 2017, konnten bis zum 30. November 2016 deutschsprachige Kriminalromane von Verlagen eingereicht werden, die im Jahr 2016 erstmals erschienen sind (Originalausgaben).

Die Liste aller 104 eingereichten Werke können Sie hier herunterladen (PDF) 482.0K.

Die Juroren waren:

Nicole BachmannMichael KiblerClaudia RossbacherThomas Schrage, Michael Schreckenberg 
Juryorganisation: Christiane Dieckerhoff