PressefotoJürgenKehrer kleinJürgen Kehrer

Der Ehrenpreis der Autoren wird vom SYNDIKAT für besondere Verdienste um den deutschsprachigen Kriminalroman verliehen. Er ist nicht dotiert und versteht sich als Würdigung der Autoren für Arbeit und Werk einer Kollegin oder eines Kollegen.

Die Jury des SYNDIKATs hat den Ehrenglauser 2016 dem in Münster lebenden Schriftsteller Jürgen Kehrer in Würdigung seines Engagements für die deutschsprachige Kriminalliteratur und für sein bisheriges literarisches Gesamtwerk im Bereich der Kriminalliteratur zuerkannt.

Begründung der Jury

Gleich mit seinem 1990 erschienenen ersten Kriminalroman, "Und die Toten lässt man ruhen", gelang es Jürgen Kehrer, den Regionalkrimi neu zu definieren. Mit Georg Wilsberg schuf er einen Protagonisten, der die üblichen Unbilden der menschlichen Existenz und des Verbrechens zu bewältigen hatte, dies jedoch auf eine Weise tat, wie sie so wohl nur in Münster möglich ist. Dadurch wurde die Region vom zufälligen Hintergrund zum unabdingbaren Teil des Romangewebes. In diesem und den folgenden Romanen handelt es sich bei allem gut verarbeiteten Lokalkolorit nicht um betuliche Heimatgeschichten, sondern um mit Witz und Biss geschriebene Krimis. Die Verbindung von erstklassigem Schreibhandwerk und genauer Recherche führte fast zwangsläufig dazu, dass Jürgen Kehrer gelegentlich politisch wie auch juristisch aneckte. Neunzehn Wilsberg-Romane erschienen auf diese Art, sieben weitere Krimis mit anderen Ermittlern. Dazu noch vier historische Romane und drei Sachbücher. Die Gesamtauflage seiner Bücher beträgt über 800.000 Exemplare. Dass sein Berufswunsch als Junge, Astrophyiker, nicht in Erfüllung ging, ist für ihn hoffentlich zu verschmerzen und für den deutschsprachigen Kriminalroman ein Gewinn. 

Ab 1995 produzierte das ZDF die Reihe "Wilsberg", die bis heute regelmäßig von circa sieben Millionen Zuschauern gesehen wird. Sieben der bisher etwa fünfzig Filme beruhen auf Romanen von ihm; insgesamt hat er zehn Drehbücher allein oder mit anderen verfasst. Ein E-Script-Projekt, an dem sich Kollegen und Zuschauer beteiligten, erhielt 2003 den Grimme-Preis. 2011 wurde er auf dem New York Festival / Section TV Movie / Drama Special mit der Bronze World Medal ausgezeichnet.

Jürgen Kehrer wurde am 21. Januar 1956 in Essen geboren. 1974 verpflanzte ihn die Zentrale Vergabestelle für Studienplätze nach Münster, wo er noch heute lebt. Nach seinem Studienabschluss als Diplom-Pädagoge arbeitete er 14 Jahre als Journalist und Herausgeber des Stadtmagazins "Stadtblatt". Seit 1992 ist er freier Schriftsteller. Er ist Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller und im SYNDIKAT, der Vereinigung deutschsprachige Kriminalliteratur, zu deren Sprecherteam er von 2005-2010 gehörte.

Der Ehrenglauser 2016 wurde am Samstag, 23. April 2016 während der 30. CRIMINALE, dem Jahrestreffen des SYNDIKATs, in Marburg an Jürgen Kehrer überreicht.

Die Ehrenglauser-Jury des SYNDIKATs 2016: Nina GeorgeGisbert HaefsAndreas Izquierdo

HeikedineKörting

Heikedine Körting

Der Ehrenpreis der Autoren wird vom SYNDIKAT für besondere Verdienste um den deutschsprachigen Kriminalroman verliehen. Er ist nicht dotiert und versteht sich als Würdigung der Autoren für Arbeit und Werk einer Kollegin oder eines Kollegen.

Die Jury des SYNDIKATs hat den Ehrenglauser 2015 der in Hamburg lebenden Schriftstellerin Heikedine Körting und ihrem Team in Würdigung ihres Engagements für ihr Gesamtwerk auf dem Gebiet des Kriminal-Hörspiels vor allem im Kinder- und Jugendbereich zuerkannt.

Begründung der Jury

Schon früh zeichnete sich der berufliche Weg ab, den Heikedine Körting einmal so erfolgreich beschreiten sollte: Als Achtjährige schrieb sie ihr erstes eigene Kasperlestück, sprach alle Figuren in unterschiedlichen Stimmfärbungen selbst und nahm auch ein kleines Eintrittsgeld. Der erste Schritt war getan, es folgten viele weitere, die sie zur Königin der Hörspielproduktion machen sollten.
Vor allem im Bereich Kinder- und Jugendkrimihörspiel leisteten sie und ihr Team Herausragendes: Es war ihre Idee, aus der beliebten ???-Krimibuchreihe eine Hörspielproduktion zu machen. Mit 45 Millionen Tonträgern wurde die Reihe zur erfolgreichsten der Welt. Aber auch TKKG oder Fünf Freunde stammen aus Körtings Produktion.
Mehr als 2.000 Hörspiele haben sie und ihr Team, das sind vor allem Hella von der Osten Sacken (Schnitt und Geräusche) und Andre Minninger (Drehbücher), mittlerweile produziert, 100.000 Töne und Geräusche selbst aufgenommen und archiviert, unzählige Auszeichnungen sowie über 200 Goldene bzw. Platinplatten erhalten. Und ein Weltrekord wurde auch aufgestellt: 20.000 Zuschauer haben die ??? bei einem Live-Hörspiel begleitet.
Seit 1985 ist Körting im Guinness-Buch der Rekorde als Deutschlands erfolgreichste "Märchentante" eingetragen. 1986 wurde ihr zu Ehren eine Rose mit dem Namen "Märchenkönigin" gezüchtet.

Heikedine Körting wurde am 18. Juni 1945 in Jena geboren und wuchs in der Hansestadt Lübeck auf. Sie studierte Jura in Genf und Hamburg und lernte 1963 lernte den späteren Mitbegründer des Hörspiellabels Europa , Andreas E. Beurmann, kennen, den sie 1979 heiratete. 1969 schrieb Körting ihre ersten Skripte für Hörspiele.
1973 erhielt Körting die alleinige Verantwortung für die Hörspielproduktionen von "Europa", die sie bis heute innehat.

Der Ehrenglauser 2015 wurde am Donnerstag, dem 30. April 2015 während der 29. CRIMINALE, dem Jahrestreffen des SYNDIKATs, in Büsum an Heikedine Körting überreicht.

Die Ehrenglauser-Jury des SYNDIKATs 2015: Nina George, Gisbert Haefs, Andreas Izquierdo


1 Emons HejoHejo Emons

Der Ehrenpreis der Autoren wird vom SYNDIKAT für besondere Verdienste um den deutschsprachigen Kriminalroman verliehen. Er ist nicht dotiert und versteht sich als Würdigung der Autoren für Arbeit und Werk einer Kollegin oder eines Kollegen.

Die Jury des SYNDIKATs hat den Ehrenglauser 2014 dem in Köln lebenden Verleger und Filmproduzenten Hermann-Josef "Hejo" Emons in Würdigung seines Engagements für die deutschsprachige Kriminalliteratur und für sein verlegerisches Gesamtwerk im Bereich der Kriminalliteratur zuerkannt.


Begründung der Jury

1984 brütete Hejo Emons über seiner Promotion in Kunstgeschichte, als ein Bekannter einen Verlag für sein Buch über romanische Kirchen in Köln suchte. Aus diesem Werk wurde nie ein Sachbuch, aber dafür der erste deutsche Regionalkrimi: Tödlicher Klüngel von Christoph Gottwald begründete die Laufbahn von Hejo Emons als Deutschlands erstem Verleger für Regionalkrimis. Hejo Emons gründete den gleichnamigen Verlag in der Kölner Lütticher Straße, wo der Verlag auch heute noch sitzt.

"Ein Krimi ist immer dann gut, wenn man nach Seite 5 nicht mehr aufhören kann zu lesen. Und sehr gut ist er, wenn man sich morgens bereits auf den Abend freut, um weiter zu lesen. Meine Lektoren hatten bislang einen guten Riecher, wir versuchen auf Bundesliganiveau in der Regionalliga zu spielen. Leichen und Kapitalverbrechen gibt es nicht nur in Köln, auch in ländlichen Gegenden geht es um Leben und Tod." (Hejo Emons im Ksta 2013)

Inzwischen erscheinen 120 Kriminalromane und 80 Sachbücher im Emons Verlag, darunter auch die beliebte Reihe 111 Orte, die man gesehen haben muss. Aus dem "Zufallsverleger" wurde ein unabhängiger Büchermacher mit 20 Mitarbeitern, über vier Millionen Euro Umsatz im Jahr und der unangefochtenen Marktführerschaft in dem Segment der Regionalkrimis. Zu den bekanntesten Autoren, die im Emons Verlag veröffentlicht wurden, gehören Frank Schätzing, Friedrich Ani oder Nicola Forg.

Konzentrierte sich der Verlag in den ersten Jahren in erster Linie auf Köln und das Rheinland, breitete er sich in der Folgezeit kontinuierlich auf das deutschsprachige Gebiet aus. Nahezu jedes Bundesland diente bereits als Kulisse eines Emons-Krimis, und seit 2009 finden sich Schauplätze der Emons-Krimis auch auf Mallorca, den Kanarischen Inseln, in Österreich und der Schweiz sowie Italien. Emons-Titel sind in bisher zehn Ländern übersetzt, darunter in den USA, Japan und Finnland.

Doch nicht nur im Verlagsgeschäft hat Emons Herausragendes geleistet. Seit 1998 produziert Hejo Emons mit der Wüste Film West Spannungsdramen wie Solino oder auch Tannöd. Emons gründete 2007 den Hörbuchverlag Italia und 2012 das Crime Cologne Krimifestival in Köln.

Hermann-Josef Emons wurde 1950 in Köln geboren, wuchs in Köln-Rodenkirchen auf und studierte an der Kölner Universität Kunstgeschichte, Englisch und Semantik. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Der Ehrenglauser 2014 wurde am Samstag, dem 24. Mai 2014, während der 28. CRIMINALE, dem Jahrestreffen des SYNDIKATs, in Nürnberg an Hejo Emons überreicht.

Die Ehrenglauser-Jury des SYNDIKATs 2014: Nina George, Gisbert Haefs, Andreas Izquierdo

GunterGerlachGunter Gerlach

Der Ehrenpreis der Autoren wird vom SYNDIKAT für besondere Verdienste um den deutschsprachigen Kriminalroman verliehen. Er ist nicht dotiert und versteht sich als Würdigung der Autoren für Arbeit und Werk einer Kollegin oder eines Kollegen.

Die Jury des SYNDIKATs hat den Ehrenglauser 2013 dem in Hamburg lebenden Schriftsteller Gunter Gerlach zuerkannt; in Würdigung seines bisherigen literarischen Gesamtwerkes und seiner Vorbildfunktion für die deutschsprachige Kriminalliteratur.

Begründung der Jury

Gunter Gerlach ist Kult. Die Literatur des in Leipzig geborenen Schriftstellers wehrt sich seit drei Jahrzehnten auf herausragende Weise gegen zu oft erzählten Mainstream und leicht verdaulichen Junk-Crime. Gerlach hat über dreißig Jahre und dreiunddreißig Krimis sein eigenes Genre innerhalb der Kriminalliteratur erschaffen. Grotesk, surreal, todkomisch, zarttraurig, verrückt und so menschlich, als wäre er unter die Haut seiner vom Leben verletzten Figuren gekrochen. Seine Art, (Kurz-)Geschichten zu erzählen, polarisiert, und sie inspiriert Schriftsteller dazu, einen ebenso unbeugsamen, eigenen Stil zu entwickeln.

Der fast nebensächliche Umgang mit Mord und Bedrohung, die Konzentration auf die Lebensunsicherheiten der Figuren und die treffsichere, schlank geschliffene Sprache machen Gerlachs Literatur zum Objekt von großer Begeisterung und ebenso zorniger Kritik.

Gerlach gilt als meistausgezeichneter und am häufigsten nominierter Kriminalschriftsteller Deutschlands. Er erhielt u.a. den Tuttlinger Literaturpreis (1986), den Förderpreis für Literatur Hamburg (1992), den Deutschen Krimipreis (1995), den mdr-Literaturpreis (2005), zweimal den Glauser für Kurzgeschichten (2003 und 2005), und er war Flensburgs erster Krimi-Stadtschreiber.

Für die Masse und den Bestsellertisch ist Gunter Gerlach definitiv zu eigen-artig. Genau diese Eigen-Artigkeit zeichnet ihn aus. Ein moderner Kafka: Wegbereiter für neue Konzepte in Themenwahl, Erzählweise und Stil, ein Gegengift zum Beliebigen, Vorbild für den Nachwuchs – und ein Anwalt der genauen, unverbrauchten Sprache.

Der Schriftsteller Gunter Gerlach wurde am 27.12.1941 in Leipzig geboren. Nach der Lehre als Elektromechaniker in Hamburg studierte er Grafik, Malerei und Fotografie an der Hochschule für bildende Kunst, wo er u. a. "Das Syndikat für Kunstbetrieb" gründete. Während seiner aktiven zehn Jahren als Werbetexter (Gerlach erfand u. a. Ed von Schleck) arbeitete er zudem als Fotograf sowie als Video- und Poesiekünstler. Gerlach gründete 1986 die Autorengruppe PENG, 1999 verfasste er das puristische Schrift-sprache-Regelwerk „Hamburger Dogma“.

Er begründete außergewöhnliche Lesungsreihen wie "Deutschland sucht das Superbuch" (2003), "Literatur-Quickie" (Die kürzeste Lesung der Welt, seit 2007 jeden Mittwoch), verfasste Spannungsserien wie Kriminalmuseum, arbeitete als Krimirezensent und als Dozent für den krimischreibenden Nachwuchs. 1984 erschien Gerlachs erster Roman (Das Katzenkreuz). Seit 1993 arbeitet Gerlach als freier Schriftsteller und Autor von (Krimi-)Hörspielen. Seither veröffentlichte er 33 Werke, zuletzt die Kriminalromane Frauen von Brücken werfen, Friedhof der Beziehungen und Von Mädchen und Mördern.

Der Ehrenglauser 2013 wurde am Samstag, dem 20. April 2013, während der 27. CRIMINALE, dem Jahrestreffen des SYNDIKATs, in Bern an Gunter Gerlach überreicht.

Die Ehrenglauser-Jury des SYNDIKATs 2013: Nina George, Gisbert Haefs, Andreas Izquierdo


ThomasPrzybilkaThomas Przybilka

Der Ehrenpreis der Autoren wird vom SYNDIKAT für besondere Verdienste um den deutschsprachigen Kriminalroman verliehen. Er ist nicht dotiert und versteht sich als Würdigung der Autoren für Arbeit und Werk einer Kollegin oder eines Kollegen.

Die Jury des SYNDIKATs hat den Ehrenglauser 2012 dem in Bonn lebenden Schriftsteller Thomas Przybilka zuerkannt; in Würdigung seines Engagements für die deutschsprachige Kriminalliteratur und für sein bisheriges literarisches Gesamtwerk im Bereich der Kriminalliteratur.

Begründung der Jury

Der Buchhändler und Schriftsteller Thomas Przybilka wurde am 19.3.1950 in Berlin (Ost) geboren. 1957 siedelte er "ohne die entsprechenden Genehmigungen der verantwortlichen Organe des Arbeiter- und Bauernstaates" in die Bundesrepublik über. Es folgten Stationen in Hannover und Osnabrück, bevor er sich 1960 in Bonn niederließ. Er arbeitete von 1968 bis 1997 als angestellter Buchhändler, seit 1998 führt er die Bonner Niederlassung der Versandbuchhandlung "Missing Link".

Przybilka war Mitglied des "Advisory Board of the Archives of Detective Fiction des Empire State College der State University of New York", ist Jury-Mitglied für den Deutschen Krimi Preis (Kritikerpreis) sowie Gründungsmitglied des German Chapter der "Sisters in Crime", aus denen später die "Mörderischen
Schwestern" hervorgingen.

Thomas Przybilka gründete 1989 das renommierte BoKAS, das Bonner Krimi Archiv Sekundärliteratur. Das non-profit-Archiv mit einem für Durchschnittsdachstühle bedrohlichem Gesamtgewicht, sammelt internationale Publikationen zum Genre Kriminalliteratur. Przybilka unterstützt mit BoKAS u. a. Magisterarbeiten und Dissertationen sowie Literaturstudien im In- und Ausland, und informiert seit 1998 fundiert mit dem Newsletter "Krimi-Tipp" (KTS) über Hintergründe, Trends und Themen aus der europäischen wie internationalen Krimi-Literaturszene. Zudem baute Przybilka eine bisher einzigartige Dokumentation über weibliche Kriminalschriftsteller auf.

Przybilka (Sprich: Pschibülka oder für Freunde: Prizzi) veröffentlichte seit 1995 zahllose Essays, Aufsätze, Interviews, Sachbücher und Dokus zum Thema, u. a. in Fachpublikationen in Japan, der USA, Finnland, Frankreich und Bulgarien. Für internationale Medien und Literarurwissenschaftler gilt Przybilka als renommierteste Quelle zur deutschsprachigen Kriminalliteratur.

Der Rotweintrinker, Schnellleser und leidenschaftliche Bartträger ist seit 1991 Mitglied im SYNDIKAT, sowie Chairman Germany und Vice President Western Europe der AIEP/IACW (Asociación Internacional de Escritores Policiacos /International Association of Crime Writers).

Przybilka gilt als das Gedächtnis des deutschsprachigen Krimis. Er vermag von genrerelevanten ("In welchen Geheimdienstkrimis kommt Kennedy vor? Wie viele Holmes-Übersetzungen gibt es?") bis hin zu literaturwissenschaftlichen Themen ("Wie prägten die 68er in Frankreich das Genre?") Antworten zu geben. Auch für das SYNDIKAT war er viele Jahre Herz, Hirn, Datenbank und unnachgiebiger Jurysekretär. Es ist die Ehre des Prizzi, sich das halbe Leben dem Krimi und seinen Schöpfern zu widmen. Przybilka ist damit zu einem unverzichtbaren Förderer der Krimi-Kultur geworden. Hiermit ehren wir diese seit 23 Jahren währende Leistung und Leidenschaft.

Der Ehrenglauser 2012 wurde am Samstag, 28. April 2012, während der 26. CRIMINALE, dem Jahrestreffen des SYNDIKATs, in Olsberg an Thomas Przybilka überreicht.

Die Ehrenglauser-Jury des SYNDIKATs 2012: Heidi Rehn, Gisbert HaefsAndreas Izquierdo



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Der Ehrenpreis der Autoren wird vom SYNDIKAT für besondere Verdienste um den deutschsprachigen Kriminalroman verliehen. Er ist nicht dotiert und versteht sich als Würdigung der Autoren für Arbeit und Werk einer Kollegin oder eines Kollegen.

Die Jury des SYNDIKATs hat den Ehrenglauser 2011 dem in Bremen lebenden Schriftsteller Dr. Jürgen Alberts zuerkannt in Würdigung seines Engagements für die deutschsprachige Kriminalliteratur und für sein bisheriges literarisches Gesamtwerk im Bereich der Kriminalliteratur.

Begründung der Jury

Jürgen Alberts wurde 1946 in Kirchen/Sieg geboren. Nach dem Abitur studierte er Germanistik, Geschichte und Politische Wissenschaften in Tübingen und Bremen; 1972 wurde er mit einer Dissertation über die BILD-Zeitung zum Dr. phil. promoviert. Als freier Mitarbeiter von WDR und ZDF schrieb er Hörspiele und Drehbücher, ehe er sich der erzählenden Prosa zuwandte. Mit seiner Frau und Co-Autorin Marita lebt er in Bremen.

1969 veröffentlichte Jürgen Alberts seinen ersten Roman, Nokasch. Der erste Kriminalroman Die Gehirnstation (zusammen mit Sven Kuntze) erschien 1984. Seither folgten zahlreiche weitere Romane und Erzählungen, darunter eine zehnbändige Reihe über die Bremer Polizei und ihre Arbeit (von Das Kameradenschwein, 1987, bis Kriminelle Vereinigung, 1996), die skurrilen Storys um den ständig bekifften Detektiv J. B. Cool, und zahlreiche weitere Werke, zuletzt der Gaunerroman Goethe und das Taubstummenorchester (2010).

Unter den Auszeichnungen, die er für seine Bücher erhielt, sind besonders zu erwähnen der Friedrich-Glauser-Preis des SYNDIKATs 1988 für Landru, der
Deutsche Krimi-Preis 1994 für Tod eines Sesselfurzers und der Marlowe 1997 für Der große Schlaf des J. B. Cool.

Jürgen Alberts ist seit 1970 Mitglied des Werkkreises Literatur der Arbeitswelt, seit 1987 Mitglied des SYNDIKATs, dessen Sprecher er einige Zeit war, und er organisierte Krimifeste wie PRIME TIME CRIME TIME und MORDEN IM NORDEN. Er ist Inspirator und spiritus rector der Krimibibliothek "Asservatenkammer" in Bremen. 2004 verließ er den Verband deutscher Schriftsteller (VS), weil dieser ihm hinfort sinnlos erschien als Anhängsel der "Mammutgewerkschaft" ver.di, die sich weder für Bücher noch gar für Autoren interessiert.

Solches Engagement und sein kritischer Blick zeichnen zusammen mit handwerklichem Können auch seine Werke aus. Ihre hohe Qualität gewinnen sie aber vor allem durch Witz und Einfallsreichtum. Mit diesem Esprit und seinem Temperament hat er jahrelang den Tango CRIMINALE moderiert und dabei wie in seinen Büchern gezeigt, wie glänzend er das wichtigste Gebot des literarischen Spielmanns zu befolgen weiß: Du sollst nicht langweilen!

Der Ehrenglauser 2011 wurde am Samstag, dem 7. Mai 2011, während der 25. CRIMINALE, dem Jahrestreffen des SYNDIKATs, in Mönchengladbach an Jürgen Alberts überreicht.

Die Ehrenglauser-Jury des SYNDIKATs 2011: Heidi Rehn, Gisbert HaefsAndreas Izquierdo


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Der Ehrenpreis der Autoren wird vom SYNDIKAT für besondere Verdienste um den deutschsprachigen Kriminalroman verliehen. Er ist nicht dotiert und versteht sich als Würdigung der Autoren für Arbeit und Werk einer Kollegin oder eines Kollegen.

Die Jury des SYNDIKATs hat den Ehrenglauser 2010 dem in Herdecke lebenden Verleger Rutger Booß zuerkannt in Würdigung seines Engagements für die deutschsprachige Kriminalliteratur und für sein bisheriges literarisches Gesamtwerk im Bereich der Kriminalliteratur.

Begründung der Jury
 
Als Dr. phil. Rutger Booß im Mai 1989 den Grafit-Verlag gründete, war der deutschsprachige Krimi mit Ausnahme einzelner Autoren praktisch nicht existent. Als einer der ersten setzte Booß auf ein rein deutschsprachiges Programm und gilt somit als einer der Wegbereiter des so genannten Regionalkrimis. Auch aus der Überzeugung, dass sich der Leser nicht nur für Mord und Entführung in New York und London, sondern auch für den Toten vor der eigenen Haustür interessiert.

Schon bald stellte sich Erfolg ein. Plötzlich traten Autoren ins Rampenlicht, die zuvor niemand gekannt hatte, darunter beispielsweise der spätere Bestsellerautor Jacques Berndorf, das Niederrheintrio Leenders/Bay/Leenders, Wilsberg-Erfinder Jürgen Kehrer oder Friedrich-Glauser-Preisträger Horst Eckert. Unter der Regie des Grafit-Verlegers eroberten deutschsprachige AutorInnen ein Publikum, das eine auf angelsächsische und skandinavische Krimis ausgerichtete Branche für nicht möglich gehalten hätte.

1996 ist der hundertste Titel lieferbar – im Jahr 2000 ist Grafit Marktführer im Bereich deutschsprachiger Kriminalliteratur. Bis heute sind 228 Titel lieferbar und über sechs Millionen Bücher verkauft. Dabei achten Booß und seine Mitarbeiterinnen stets auf Qualität: Im Laufe der Jahre wurden allein 16 Romane aus dem Programm für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert, den höchstdotierten Krimipreis Deutschlands. Zwei Romane konnten den begehrten Titel auch holen: Horst Eckert mit Die Zwillingsfalle (2001) und Lucie Klassen mit Der 13. Brief (2009).

Auch für Kurzkrimis aus Grafit-Anthologien gab es 11 Nominierungen, zweimal gewann hier Gunter Gerlach den Friedrich-Glauser-Preis in der Sparte "Kurzkrimi". Rutger Booß wurde am 17.03.1944 in Riga geboren und studierte Germanistik, Vergleichende Literaturwissenschaft und Sozial- und Wirtschaftsgeschichte in Tübingen, Wien und Bonn. Von 1974 bis 1981 arbeitete er als Verlagslektor in einem Dortmunder Kinder- und Jugendbuchverlag, anschließend als Controller einer Buchhandelskette in Düsseldorf und von 1987 bis 1989 als Programmchef Belletristik in einem Kölner Verlag. Er ist seit 1970 mit Ursula Booß verheiratet und wohnt in Herdecke.

Im Frühjahr 2010 wird er nach 21 Jahren als Grafit-Verleger in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Den Verlag wird es weiter geben, denn seine langjährige Mitarbeiterin Ulrike Rodi wird ihn weiterführen.

Der Ehrenglauser 2010 wurde am Samstag, dem 11. September 2010, während der 24. CRIMINALE, dem Jahrestreffen des SYNDIKATs, in Gemünd an Jürgen Alberts überreicht.

Die Ehrenglauser-Jury des SYNDIKATs 2010: Heidi Rehn, Gisbert Haefs, Andreas Izquierdo


Hans Werner Kettenbach

Der Ehrenpreis der Autoren wird vom SYNDIKAT für besondere Verdienste um den deutschsprachigen Kriminalroman verliehen. Er ist nicht dotiert und versteht sich als Würdigung der Autoren für Arbeit und Werk einer Kollegin oder eines Kollegen.

Die Jury des SYNDIKATs hat den Ehrenglauser 2009 dem in Köln lebenden Schriftsteller Hans Werner Kettenbach in Würdigung seines Engagements für die deutschsprachige Kriminalliteratur und für sein bisheriges literarisches Gesamtwerk im Bereich der Kriminalliteratur zuerkannt.

Begründung der Jury

Mit seinem Krimi-Erstling GRAND MIT VIEREN, einer im Journalistenmilieu angesiedelten Kriminalgeschichte aus dem terroristischen Umfeld, wurde er beim Manuskriptwettbewerb um den "Jerry Cotton-Preis" 1977 ausgezeichnet. 1988 erhielt er für Schmatz oder die Sackgasse den Deutschen Krimi Preis (2. Platz). Mit diesen und seinen weiteren Romanen wie Glatteis (1984), Davids Rache (1992) oder Die Konkurrentin (2002) hat er die Grenzen des Genres neu vermessen und dabei sein hohes sprachliches und stilistisches Können nie als Selbstzweck, sondern immer dazu genutzt, die jeweilige Geschichte bestmöglich zu erzählen.

Liebevoll, aber mit Biss, kritisch, aber ohne Geifer, hat Kettenbach die kleinen und großen Vergehen dargestellt und die Verstrickungen nachgezeichnet, die einen wesentlichen Teil der Gesellschaft ausmachen. Bei aller Spannung ging es ihm weniger um blutige action als um plausible psychologische Durchdringung seiner Personen. Dabei vergaß er nie, dass als Voraussetzung der Ungemütlichkeit einer Krimihandlung die Charaktere zunächst einmal über Gemüt verfügen müssen, mit dem er sie gründlich versah.

Neben zahlreichen Romanen schrieb Hans Werner Kettenbach auch Hörspiele und Fernsehdrehbücher, darunter Episoden für die Peter-Srohm-Serie der ARD. Außerdem zu erwähnen sind vor allem die sechs Folgen über den pensionierten Kölner Kommissar Klefisch, mit denen er dem großen alten Willy Millowitsch einen langgehegten Wunsch erfüllte: einmal in einem richtigen Krimi mitspielen.

Hans Werner Kettenbach studierte Zeitungs- und Theaterwissenschaft, Germanistik, Geschichte und Philosophie; 1965 wurde er mit einer Arbeit über Lenin promoviert. Seit 1955 arbeitete er als Journalist, unter anderem zehn Jahre als Zeitungskorrespondent in Bonn und New York. Von 1988 bis zu seinem Ausscheiden 1992 war er stellvertretender Chefredakteur beim "Kölner Stadt-Anzeiger". Dort schrieb Markus Schwering anlässlich von Kettenbachs 75. Geburtstag im April 2003:

"Eine Ehrfurcht gebietende Breite und Weite der Existenz, intensiv in alle Richtungen […]. Unverkennbar verdanken sich auch der skeptische Grundton, die Abneigung gegen Botschaften und Belehrungen einer reichen Lebenserfahrung. Kettenbach, der sich ausdrücklich zu seinem Unterhaltungswillen bekennt, entwirft Geschichten, die vor Spannung schier bersten; in konzis gebauten Dialogen entfalten sich die Charaktere der Beteiligten. Und dann kommt sein Markenzeichen – die verweigerte Antwort, die Implosion des Plots."

Sein inzwischen biblisches Alter von achtzig Jahren hat Kettenbachs Klinge keineswegs stumpf gemacht. Auch sein vor Kurzem erschienener Roman Das starke Geschlecht besitzt all diese Tugenden der scharfen Beobachtung und Genauigkeit. Wir wünschen ihm und uns, dass er in seinem zweiten Frühling noch viele solche Blüten treibe.

Der Ehrenglauser 2009 wurde am Samstag, dem 9. Mai.2009, während der 23. CRIMINALE, dem Jahrestreffen des SYNDIKATs, in Singen an Hans Werner Kettenbach überreicht.

Die Ehrenglauser-Jury des SYNDIKATs 2009: Heidi Rehn, Gisbert Haefs, Andreas Izquierdo 


deitmer sabine 5Sabine Deitmer

Der Ehrenpreis der Autoren wird vom SYNDIKAT für besondere Verdienste um den deutschsprachigen Kriminalroman verliehen. Er ist nicht dotiert und versteht sich als Würdigung der Autoren für Arbeit und Werk einer Kollegin oder eines Kollegen.

Die Jury des SYNDIKATs hat den Ehrenglauser 2008 der in Dortmund lebenden Kriminalschriftstellerin Sabine Deitmer in Würdigung ihres Engagements für die deutschsprachige Kriminalliteratur und für ihr bisheriges literarisches Werk im Bereich der Kriminalliteratur zuerkannt. Damit verbunden ist die Hoffnung auf viele neue Bücher von Sabine Deitmer, die den bislang eingeschlagenen Weg fortsetzen mögen.

Begründung der Jury

Mit ihrer 1988 erstmals erschienenen Storysammlung Bye-bye, Bruno hat Sabine Deitmer entscheidend mitgebaut am Fundament für die deutschsprachige Kriminalgeschichte von Frauenhand. In ihren Geschichten befreien sich Frauen aktiv und einfallsreich aus misslichen Lebenssituationen – was bis heute eines der Grundmuster des Genres geblieben ist.

Doch nicht nur in der kurzen Form war Sabine Pionierin. Ihre Kommissarin Beate Stein ("Emanze im Staatsdienst") ermittelt seit 1993 in Kriminalromanen, die ebenfalls Longseller sind und in mehrere Sprachen übersetzt (unter anderem ins Schwedische, was ja für uns Deutschsprachige eine besondere Form des Adelns darstellt). Damit hat Sabine Deitmer die Kommissarin als literarische Figur erfolgreich auch auf dem Papier für den deutschsprachigen Krimi etabliert.

Die Frauenfiguren in Sabine Deitmers Romanen und Kurzgeschichten nehmen ihr Leben selbst in die Hand und gestalten es aktiv. Darauf legt Sabine Deitmer großen Wert. Ihre klare, geradlinige Sprache erreicht ein großes Publikum. Längst sind ihre Werke einer ganzen Generation von deutschsprachigen Krimiautorinnen zum Vorbild geworden.

Als Literaturwissenschaftlerin liegen Sabine Deitmer die schreibenden Kolleginnen am Herzen: In ihrem sehr persönlichen Aufsatz Die Lust an der Leiche: Bekenntnisse einer Triebtäterin" (in: Nina Schindler (Hrsg.), Das Mordsbuch, 1997) schildert sie den weiblichen Teil der deutschsprachigen Krimiszene ab etwa 1970. Dieser Aufsatz ist eines der immer noch sehr wenigen Zeugnisse der neueren Geschichte deutschsprachiger Kriminalautorinnen.

Auch im Menschlichen ist Sabine Deitmer durch ihre Kollegialität und ihr Engagement vorbildhaft. Sie interessiert sich auf herzliche und persönliche Art für alle Mitglieder unserer Zunft – ob sie berühmt sind oder gerade die ersten Schritte tun, da macht sie keine Unterschiede. Dadurch hat sie viele ermutigt, Kontakte zu anderen Krimischreibenden zu suchen. Bei den deutschsprachigen "Sisters in Crime", jetzt "Mörderische Schwestern", ist sie von Anfang an Mitglied und unterstützt sie bis heute stets großzügig.

Ohne Sabine Deitmer wären die meisten der heute erfolgreichen Krimiautorinnen undenkbar. Sabine Deitmer hat dem traditionell eher männlichen Blick im Genre die weibliche Sichtweise hinzugefügt.

Der Ehrenglauser 2008 wurde am Samstag, dem 19. April 2008, während der 22. CRIMINALE, dem Jahrestreffen des SYNDIKATs, in Wien an Sabine Deitmer überreicht.

Die Ehrenglauser-Jury des SYNDIKATs 2008: Almuth Heuner, Nessa Altura, Kai Engelke, Thomas Kastura, Beate Maxian, Heidi Rehn und Andrea Maria Schenkel

2007 Irene Rodrian

2006 Edgar Marsch

2005 Ingrid Noll

2004 Alfred Miersch / alligatorpapiere.de

2003 Jacques Berndorf

2002 Gerhard Neumann

2001 Fred Breinersdorfer

2000 Doris Gercke

1999 Felix Huby

1998 Michael Molsner

1997 Richard Hey

1996 Peter Zeindler

1995 Herbert Reinecker

1994 Tom Wittgen

1993 Friedhelm Werremeier

1992 -ky (Horst Bosetzky)

1991 Jürgen Roland

1990 Heinz Werner Höber

1989 Hansjörg Martin

1988 Jörg Fauser (posthum)

1988 Richard K. Flesch

Bis 2007 einschließlich hat Thomas Przybilka die Gesamtkoordination für alle Jurys geleistet und war Jurysekretär für die Sparten "Debüt", "Roman" und "Ehrenglauser".

2008 hat Heidi Rehn dies in derselben Form übernommen.

2009 hatte sie die Gesamtkoordination der Jurys inne und war Jurysekretärin für die Sparten "Roman" und "Ehrenglauser".

In der Ehrenglauser-Jury war Heidi Rehn bis 2012.