Hier finden Sie alle bisherigen Preisträger der Krimipreise der Autoren seit 1987 sowie die jeweils weiteren Nominierten.

Herr Petermann und das Triptychon des TodesMichaelBöhm2016 Michael Böhm – Herr Petermann und das Triptychon des Todes (Bookspot Verlag)
"Was störte, das ist entfernt." So reflektiert Dr. Leo Petermann nach getanem Verbrechen. Gelassen und nonchalant jagt der wohlhabende, kunstinteressierte Pensionist einen skrupellosen Unternehmer, der bereits mehrere gut betuchte Herrschaften auf dem Gewissen hat. Sie alle schlossen vor ihrem – angeblich natürlichen – Tod eine Versicherung bei "Cautio" ab. Ein guter Freund Petermanns wurde aufgrund seiner Recherchen ermordet, und auch Petermanns Vater schwebt in Gefahr. Grund genug für den Opernliebhaber die Gemächlichkeit und das Wohlbehagen seines Alltags kurz zu verlassen und aktiv zu werden. Feine Ironie begleitet Petermanns Taten. Subtil und leise, köstlich zu lesen.

Außerdem nominiert aus 479 eingereichten Titeln waren:
Ulrich Effenhauser – Alias Toller (Transit)
Andreas Gruber – Todesurteil (Goldmann)
Ria Klug – Die Vollpfostenmasche (Grafit)
Merle Kröger – Havarie (Argument/Ariadne)

Die Jury: 
Edwin Haberfellner, Almuth Heuner, Petra Mattfeld, Judith W. Taschler (Preisträgerin 2014)Sophie Sumburane

Juryorganisation: Ina Coelen

StrandgutBenjamin Cors CW Markus Kirchgessner2016 Benjamin Cors – Strandgut (dtv)
Benjamin Cors erzählt abwechslungsreich und spielt gekonnt mit der Erwartungshaltung des Lesers. Sprachlich überzeugend schafft er es, ihn auf zwei Zeitebenen in die Geschichte hineinzuziehen. Strandgut ist ein Frankreichkrimi, der sich den gängigen Klischees entzieht, aber trotzdem mit der Mentalität der Region spielt. Die Figuren sind nicht alltäglich, ohne dabei überzeichnet zu sein. Mit seinem melancholischen Helden Nicolas Guerlain schafft Cors eine Figur, die zwischen toughem Personenschützer und empathischem Ermittler changiert und von der man sich ungern am Ende des Buches trennt.

Außerdem nominiert aus 115 eingereichten Titeln waren:
Vera Buck – Runa (Limes)
Carsten Germis – Sayonara Bulle (rororo)
Iris Grädler – Meer des Schweigens (Dumont)
Clara Weiss – Milchsblut (Goldmann)

Die Jury: Eva AlmstädtHarald Gilbers (Preisträger 2014)Christian KlingerKathrin Lange

Juryorganisation: Christiane Dieckerhoff

Boandliris leister kurz2016 Iris Leister – Der Hias
in:
 BoandlKramer & andere Geschichten aus dem Bayerischen Wald (Edition Golbet, HePeLo Verlag)
Michis kleiner Bruder, der geistig behinderte Hias, ist ein "Kaputtmacher". Zuerst ist ein Kätzchen tot, am Ende ein Mädchen aus der Nachbarschaft. Und Michi will nichts weiter, als dass der Hias verschwindet. "Kinder sind grausam", heißt es. Was damit gemeint ist, das illustriert Iris Leister mit ihrer abgründigen Geschichte aus dem provinziellen Kosmos des Bayerischen Waldes – äußerst treffend erzählt im Idiom des Landstrichs und der ganz eigenen, trotzig-verletzten Sprache der kindlichen Hauptfigur.

Außerdem nominiert aus 178 eingereichten Titeln waren:
Christiane Dieckerhoff – Hechte der Nacht, in: Flossen hoch 3.0 – Jetzt erst recht (Leda Verlag)
Laura Müller-Hennig – Wenn sie da ist, in: Mordlichterglanz (Leinpfad Verlag)
Friederike Schmöe – Das nackte Licht, in: Glühweinopfer und Lebkuchenleichen. Ein fränkischer Adventskalender in 24 Kurzkrimis (ars vivendi)
Roland Spranger – C, in: Tatort Franken No. 6,(ars vivendi)

Die Jury: Brigitte GlaserSunil MannAlexander Pfeiffer (Preisträger 2014)Horst ProschSusanne Schubarsky

Juryorganisation: Susanne Kliem

Layerspoznanski ursula 8272016 Ursula Poznanski – Layers (Loewe)
Dorian ist von zu Hause abgehauen, weil er es bei seinem gewalttätigen Vater nicht mehr aushielt. Eines Morgens erwacht er neben einer blutüberströmten Leiche und kann sich nicht mehr erinnern, was passiert ist. Ein junger Mann behauptet, Dorian hätte in Notwehr gehandelt, und hilft ihm zu fliehen. Er bringt ihn in eine Villa, in der ehemals obdachlose Jugendliche eine Chance auf eine neues Leben bekommen. Als Gegenleistung verteilen sie geheimnisvolle Werbegeschenke. Doch eine Übergabe scheitert und Dorian wird unvermittelt zum Opfer einer gnadenlosen Jagd. Der Roman ist vielschichtig und voller Wendungen. Ursula Poznanski lockt die Leser auf viele falsche Fährten und lässt sie Dorians Flucht hautnah miterleben. Bei seinem verzweifelten Versuch, hinter die Wahrheit zu kommen, quälen ihn immer wieder Zweifel, wem er überhaupt vertrauen kann. Gleichzeitig thematisiert Poznanski gekonnt die Frage, was passiert, wenn hochsensible Daten in die falschen Hände geraten. Welche Gefahren drohen unserem Selbstverständnis als Individuen durch die Möglichkeiten der technischen Entwicklungen?

Außerdem nominiert aus 49 eingereichten Titeln waren:
Wulf Dorn – Die Nacht gehört den Wölfen (cbt)
Kristina Dunker – Bevor er es wieder tut (dtv pocket)
Andreas Hartmann (Autor), Ulla Mersmeyer (Illustratorin) – Auf die harte Tour (Obelisk)
Annette Mierswa (Autorin), Nina Dulleck (Illustratorin) – Die geheime Welt der Suni Stern (Tulipan)

Die Jury: Mischa Bach, Alice Gabathuler (Preisträgerin 2014), Claudia Senghaas, Guido Seyerle

Die Jugendjury: Laura Müller, Ina Taxis, Julia Birk, Isabelle Horlacher'

Juryorganisation: Christine Spindler

PressefotoJürgenKehrer kleinJürgen Kehrer

Der Ehrenpreis der Autoren wird vom SYNDIKAT für besondere Verdienste um den deutschsprachigen Kriminalroman verliehen. Er ist nicht dotiert und versteht sich als Würdigung der Autoren für Arbeit und Werk einer Kollegin oder eines Kollegen.

Die Jury des SYNDIKATs hat den Ehrenglauser 2016 dem in Münster lebenden Schriftsteller Jürgen Kehrer in Würdigung seines Engagements für die deutschsprachige Kriminalliteratur und für sein bisheriges literarisches Gesamtwerk im Bereich der Kriminalliteratur zuerkannt.