Kurzkrimi

Der Friedrich-Glauser Preis 2012 in der Sparte Kurzkrimi wurde verliehen an:

Nina George
„Das Spiel ihres Lebens“ in: Scharf geschossen (KBV)

Mit einer leeren Coladose beginnt für Precious der Traum vom Fußballspielen, und viele andere Mädchen folgen ihr. Doch bald verschmiert ihr Blut den hart erkämpften weißen Lederball, und die Männer aus ihrem nigerianischen Slum begraben sie lebendig in einer Kiste. Eine Geschichte voller Schmerz, Wahrheit und Poesie, der Ausgang so ungewiss wie das Leben.

Weiters nominiert waren:

Michel Birbæk -
„Surfen“ in: Berlin Blutrot (Kölnisch-Preußische-Lektoratsanstalt)

Irritierend die Sprache, unangenehm der Protagonist, und dass er bei Nichtigkeiten prügelt, wundert nicht. Da dreht der Spieß sich um, erbarmungslos wird auf ihn nun eingeschlagen, wie schon von Kindesbeinen an. Nur kurz währt die Reise vom Körper- ins Seelenland. Verstörend berührend.
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Lucie Flebbe -
„Weg zur Hölle“ in: He Shot Me Down (Rotbuch)

Lucie Flebbe schreibt am Puls der Zeit: Kurz, prägnant, hoch aktuell. Frust der Jugend. Frust in der Schule und im Elternhaus. Liebe, Zwang und Leistungsdruck. Schüler werden zu Dampfkesseln, die unter Hochdruck explodieren. Die Schlagzeilen von Amoklauf und Attentat sind uns im Gedächtnis und haben sich dort eingebrannt. Die Autorin nutzt Klischee und Vorurteil, um uns im Schrecken zu entlassen. Spannend, überraschend, gegenwärtig.
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Kai Hensel -
„Frühling des Herzens“ in: Berlin Blutrot (Kölnisch-Preußische-Lektoratsanstalt)

Barbara kann es nicht fassen, dass ihr Fachartikel für Psychologie heute abgelehnt wurde. Wir erleben die inneren Welten, die sie sich zwanghaft konstruiert. Die Erklärungen, die sie findet. Die Strategien, die sie entwirft, um das Leben zu fassen. Etwas zerreißt sie schier und langsam begreift der Leser ihre Not. Barbara ist geschieden und seither schwer traumatisiert. Alles dreht sich um dieses Ereignis. Zunächst sind ihre Kreise noch weit und unbestimmt, aber sie fokussieren sich zu einem Fanal von großer Brutalität. Kai Hensel behauptet nicht, er zeigt. Er zeigt so deutlich, dass sich am Ende die Frage nach dem Warum nicht stellt, denn das ist geklärt. Es stellen sich neue Fragen.
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Stephan Pörtner -
„Blaue Liebe“ in: He Shot Me Down (Rotbuch)

Charlie Amok war Punkrocker. Seit über dreißig Jahren. Der Mord an ihm wirft Fragen auf. Nicht nur nach Täter und Motiv, sondern auch, was es mit der Goldenen Schallplatte für den Schlager „Blaue Liebe“ auf sich hat, die alte Weggefährten in seinem Nachlass finden. Stilsicher und mit feinem Humor erzählt Stephan Pörtner eine Geschichte über Täuschung und den Verrat alter Ideale.

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Für den Friedrich-Glauser-Preis in der Sparte “Kurzkrimi” 2012 konnten Krimi-Kurzgeschichten eingereicht werden, die im Jahr 2011 in gedruckter Form (elektronische Veröffentlichungen wurden nicht berücksichtigt) erschienen sind. Die Kurzkrimis duften nicht länger als 20 Normseiten (30 Zeilen á 60 Anschläge) sein. Die Autoren mussten die Kurzkrimis selbst beim Jury-Sekretariat einsenden; Anthologie-Einsendungen von Verlagen konnten nicht berücksichtigt werden.

Es wurden 208 Titel bei der Jury eingereicht.
Die Juroren waren:
Zoe Beck, Jacqueline Gillespie, Alexander Köhl, Henner Kotte, Heinrich-Stefan Noelke,

Alle eingereichten Geschichten finden Sie hier >>

Der Preis in der Sparte „Kurzkrimi“ ist mit 1.000 € in bar in nicht fortlaufend nummerierten Scheinen dotiert.
Die Preisträgerin wurde auf dem „Tango Criminale“, der großen Abschlussgala bei der CRIMINALE 2012 im Hochsauerlandkreis am Samstag, den 28. April 2012 verkündet und geehrt.


Jury-Organisation
Romy Fölck
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