Der Friedrich-Glauser Preis 2012 in der Sparte Debüt wurde verliehen an:

Lena Avanzini -
Tod in Innsbruck (emons)
Die Suche nach dem Grund für den Hungertod ihrer Schwester katapultiert die Sängerin Vera mitten hinein in eine Mordermittlung. In Innsbruck werden Leichen mit mysteriösen Tätowierungen gefunden. Die Opfer stammen allesamt aus dem Musikermilieu. Statt sich auf seinen wohlverdienten Ruhestand vorbereiten zu können, muss Kripochef Heisenberg herausfinden, welche Botschaft hinter den Schriftzeichen steckt. Und das kann er nur mit Veras Hilfe.
Lena Avanzinis Debüt punktet mit gekonntem Spannungsaufbau und einer sympathischen Protagonistin. „Tod in Innsbruck“ überzeugt vor allem durch die Innenansichten der Serienmörderfigur. Das Thema Musik verleiht diesem Roman einen besonderen Akzent.
Weiters nominiert waren:

Heike Denzau -
Die Tote am Deich (emons)
Am Elbdeich wird ein totes Mädchen gefunden. Oberkommissarin Lyn Harms von der Kripo Itzehoe findet heraus, dass sie vor zwölf Jahren entführt wurde. Die Suche nach dem Täter wird zu einem Wettlauf gegen die Zeit, als sich herausstellt, dass ein weiteres Mädchen vermisst wird.
Heike Denzaus Roman „Die Tote am Deich“ liefert eine psychologisch tiefschürfende Figurenstudie. Mit dem fehlerfreien Plotdesign und dem gezielt auf den Schluss zulaufenden Spannungsbogen hat sie einen rundum gelungenen Kriminalroman vorgelegt. Die stärksten Momente hat der Roman in der mutigen Annäherung an die Figur des fürsorglichen Psychopathen.
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Tom Hillenbrand –
Teufelsfrucht (Kiepenheuer & Witsch)
Durch den Tod eines Gastro-Kritikers in seinem Restaurant am Luxemburger Kirchberg gerät der Koch Xavier Kieffer unversehens in einen Kriminalfall. Auf der Spur von unappetitlichen Geschäften der Lebensmittelkonzerne führen ihn seine Recherchen bis nach Paris und Genf.
Tom Hillenbrand entfaltet in „Teufelsfrucht“ einen charmant-gustativen Krimi, der vor allem durch die schrulligen und liebenswerten Figuren sowie einen immer wieder hervorblitzenden Nonkonformismus überzeugt. Das Buch ist mit leichter Hand geschrieben und liefert Stoff zum Nachdenken, ohne den Zeigefinger zu erheben.
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Carolin Römer -
Die irische Meerjungfrau (Conte)
Den trinkfesten und eigenbrötlerischen Detective Sergeant Fin O‘Malley verschlägt es in ein Dorf an der irischen Küste. Geschichten von Kobolden, verschwundenen Rennpferden und Gemälden verbinden sich mit lebendigen Schilderungen Irlands und seiner Menschen. Ein wildes Gemisch, das so nur in einen irischen Kontext passt.
Carolin Römer legt mit „Die irische Meerjungfrau“ ein faszinierendes, spannendes und stilistisch prägnantes Debüt vor, dessen Lektüre leicht und süffig gerät. Die packende Geschichte löst sich am Ende so unerwartet, wie es sich für einen guten Krimi gehört.
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Tanja Weber -
Sommersaat (Aufbau)
In einem idyllischen Dorf vor den Toren Berlins geschieht ein bestialischer Mord. Der ewige Doktorand und Postbote Stifter gerät unter Verdacht und wird so ungewollt zum Ermittler. Im Zentrum des Geschehens scheint Annika, eine Mutter von vier Kindern, zu stehen, die Stifter insgeheim verehrt.
Tanja Weber präsentiert mit „Sommersaat“ einen literarischen Kleinstadt-Mief-Krimi mit Großstadt-Flüchtlingen. Atmosphärisch außergewöhnlich, von vielschichtigen Ideen und interessanten Akteuren getragen, entwickelt der Roman eine Handlung, die sich in den Untiefen der bürgerlichen Idylle abspielt und auf ein überraschendes Ende zusteuert.
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Für den Friedrich-Glauser-Preis, dem Autorenpreis deutsche Kriminalliteratur 2012 “Debütroman” konnten deutschsprachige Kriminalromane von Verlagen eingereicht werden, die im Jahr 2011 erstmals erschienen sind (Originalausgaben).
Am Wettbewerb für den Friedrich-Glauser-Preis in der Sparte “Debüt” konnten sich Verlage mit Kriminalromanen von Autoren beteiligen, die bisher noch keinen Roman – egal in welchem Genre – veröffentlicht haben.
Es wurden 89 Titel bei der Jury eingereicht.
Die Juroren waren:
Christiane Dieckerhoff, Petra Gabriel, Günter Neuwirth, Heiger Ostertag, Beate Sommer
Alle eingereichten Bücher finden Sie hier >>
Der Preis in der Sparte „Debütroman“ ist mit 1.500 € in bar in nicht fortlaufend nummerierten Scheinen dotiert.
Die Preisträgerin wurde auf dem „Tango Criminale“, der großen Abschlussgala bei der CRIMINALE 2012 im Hochsauerlandkreis am Samstag, den 28. April 2012 verkündet und geehrt.
Jury-Organisation
Alexander Pfeiffer
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