Keine Wunde, nichts
Keine Wunde, nichtsvon Amaryllis Sommerer
Milena
ISBN 978-3852861951
Preis 14,90 €
Eine zu Tode umarmte Vierzehnjährige im Hausflur …
Mara Muthspiel zensiert als Fernsehredakteurin das Hauptabendprogramm – alle Gewaltbilder müssen weg. Sie kriegt die Bilder von Mord und Verbrechen aber nicht mehr aus ihrem Kopf. Sie ist ausgebrannt und kann keine Gewalt mehr sehen. Mara, die nichts anderes will, als endlich zu verreisen, findet eines Morgens ein totes Mädchen im Hausflur. Zuerst ignoriert sie die Tote, wird dann aber von ihrem Gewissen eingeholt. Bald darauf steht nächtens auch noch eine Mörderin vor ihrer Tür. Sie muss sich entscheiden: Steht sie auf der richtigen Seite? In “Keine Wunde, nichts”, einem weiteren Kammerspiel der existentiellen Not, wirft Amaryllis Sommerer Fragen nach Zivilcourage, Verantwortungsbewusstsein und Schuldgefühl auf. Welche Folgen haben Hin- und Wegschauen in einer Welt voll Trugbilder?egschauein
…………………………………………………………………………………………………………………………………………………………..
Amaryllis Sommerer,
in Wien geboren, studierte Theaterkostüm an der Hochschule für Angewandte Kunst, anschließend Theaterwissenschaft. Danach Regieassistentin bei Film- und Fernsehproduktionen. Dann Drehbuchautorin für TV-Spielfilme, TV-Serien und Kinospielfilm. Filmdramaturgin. Autorin mehrerer Kinderbücher. 2008 nominiert für den Friedrich-Glauser-Preis (Sparte ‘Kurzkrimi’). 2008 Romandebut, ein Psychothriller: “Selmas Zeichen” (Milena Verlag)
…………………………………………………………………………………………………………………………………………………………..
Drei Fragen an Amaryllis Sommerer
Wann begann Ihre kriminelle Laufbahn?
2004 am “Tatort Wien” mit dem Kauf einer Waffe.
Wie viele Verbrechen gehen auf ihr Konto?
Nach einigen Jahren im Milieu der Kurzkrimis entstand der Psychothriller “Selmas Zeichen”,
der für den Debüt-Glauser 2009 nominiert wurde.
Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung zu sagen?
Jeder liest auf eigene Gefahr.
…………………………………………………………………………………………………………………………………………………………..
Pressestimmen
„Wunderbar ist, wie Amaryllis Sommerer für die Selbstbeschau der Hauptfigur einen lokal eng begrenzten Rahmen als Spiegelbild gefunden hat. Fast das ganze Buch spielt in den engen Hinterhöfen eines Wiener Mietshauses. Von Außen kommt fast nur das Böse, oder es wird als kitschige, aber unerreichbare Idylle erträumt.
Das Buch lässt einen nachdenklich zurück. Auch wenn eine Ausnahmesituation geschildert wird, fragt man sich, wie oft man selbst im Alltag wegsieht. Wie oft entscheidet man sich gegen das Mitgefühl und zugunsten eigener Bedürfnisse? Die Autorin schneidet brutale Themen wie Missbrauch und Vernachlässigung von Kindern an und beschönigt dabei nicht das Verhalten derer, die aus Bequemlichkeit wegschauen. Das Buch, die Theorie, ist also gar nicht so weit entfernt von der alltäglichen Realität, der wir alle begegnen.“
Spunk Seipel – Literaturhaus Wien, 7. Oktober 2010
“Amaryllis Sommerer hat es wieder getan. Einen Krimi geschrieben. Ihr zweiter spielt fast ausschließlich im Hinterhof eines Wiener Mietshauses und dreht sich um fehlende Zivil-Courage im Alltag. Schon ihr Debut “Selmas Zeichen” war viel beachtet und für den Glauser-Krimipreis 2009 nominiert.
Die Geschichte der ausgebrannten Fernsehredakteurin Mara, die das Hauptabendprogramm auf Gewalt zensiert und plötzlich auch in ihrem Wohnhaus mit Gewalt konfrontiert wird, ist vor allem sprachlich eine Wucht. Alles in allem: Noch besser als das Debut!”
Presse am Sonntag, 31. Oktober 2010
…………………………………………………………………………………………………………………………………………………………..
Leseprobe
Kein Atem. Der Blick leblos. Kalte Wangen. Totes Haar. Tot.
Was war da passiert im Augenblick des Todes?
Ob sich im Gesicht der Toten vielleicht etwas nachlesen ließe?
Die Erlösung von einem unglücklichen Dasein? Das Lustgefühl der Auflösung?
Der Anblick eines Mörders sogar?
Geführt von einer unangemessenen Neugier griff Maras Hand unter den Nacken des Mädchens
und hob seinen Kopf ein wenig zu sich heran. Ganz genau wollte sie es plötzlich wissen.
Schwachsinn. Da war nichts Gewalttätiges zu sehen.
Keine Wunde, kein Blut, nichts.
Mara starrte die Tote an mit dem gierigen Gefühl, etwas rares Existenzielles zu er leben.
Glotzte ihr fasziniert ins Gesicht, wider besseren Wissens.
Sie wusste, dass sie es dann später nicht aushalten würde, dieses Gesicht, das sie gerade in sich aufsog.
Eine Totenmaske für ein lebenslanges Gedächtnis.
* * *
Frühere „Empfehlungen der Woche“ finden Sie hier >>





Totenstimmung