In Deinem schönen Leibe
In Deinem schönen Leibevon Jürgen Ehlers
KBV
ISBN 978-3942446112
Preis 9,90 €
Deutschland 1938
Ein kalter Oktobertag in Hamburg 1938. Ein siebenjähriges Mädchen ist nicht nach Hause gekommen. Alle Polizeistreifen sind alarmiert. Der Reichssender Hamburg bringt stündliche Suchmeldungen. Kommissar Berger versucht, die Mutter zu beruhigen. Aber er befürchtet das Schlimmste. Vor vier Jahren ist schon ein Kind verschwunden und nie wieder aufgetaucht. Der Anfang einer Serie? Nur die Polizei weiß: Ein Unbekannter schreibt seit Jahren anonyme Briefe an junge Mädchen: „In deinem schönen Leibe / locken die Eingeweide …“ Ist das nur grober Unfug, oder ist der Mann jetzt dabei, seine Mordphantasien in die Wirklichkeit umzusetzen? Während Berger die Ermittlungen einleitet, taucht bei ihm zu Hause die SA zu einem „Freundschaftsbesuch“ auf.
Deutschland 1938 – die Weltwirtschaftskrise scheint überwunden. Die Kriminalität sinkt; die Polizei träumt von einer Volksgemeinschaft ohne Verbrecher. Kindesentführung oder gar Kindesmord passen nicht in das Bild dieser idealen Gesellschaft. Das verschwundene Mädchen muss gefunden werden, der Fall muss erledigt werden – um jeden Preis.
Kommissar Berger hat Mühe, seinen Job zu behalten, das Verbrechen zu aufzuklären und seine jüdische Tochter zu retten, während rings um ihn her seine Welt zusammenbricht.
…………………………………………………………………………………………………………………………………………………………..
Jürgen Ehlers,
geboren 1948 in Hamburg. Er arbeitet im Geologischen Landesamt Hamburg und befasst sich mit Fragen der Eiszeit- und Küstenforschung. Außerdem schreibt er Kurzkrimis, von denen über 40 in Deutschland, England, Bulgarien und den U.S.A. veröffentlicht worden sind. Zum Jahr der Geowissenschaften 2002 hat er zusammen mit Jürgen Alberts eine Anthologie mit Geo-Krimis mit dem Titel „Mord und Steinschlag“ herausgegeben. Seine Kurzgeschichte „Weltspartag in Hamminkeln“ wurde 2006 mit dem Friedrich Glauser-Preis für den besten deutschen Kurzkrimi ausgezeichnet.
http://www.juergen-ehlers.com/
…………………………………………………………………………………………………………………………………………………………..
Drei Fragen an Jürgen Ehlers
Wann begann Ihre kriminelle Laufbahn?
Vor 46 Jahren, und zwar so: „Ein Schuss fiel. Einige Papageien flogen kreischend auf, beruhigten sich, und dann herrschte wieder Stille. ‚Das war Miller‘, sagte Jim …“ So begann meine Kurzgeschichte „Tom kam allein zurück“ (Schleswig-Holsteinische Landeszeitung vom 27. Juli 1965). Ich war damals 17 Jahre alt.
Wie viele Verbrechen gehen auf Ihr Konto?
Ziemlich viele. Bei 86 Kurzkrimis und 4 Kriminalromanen dürfte allein die Zahl der Morde bei über 100 liegen.
Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung zu sagen?
Ich musste es tun. Ich bin immer nur meiner inneren Stimme gefolgt. Und der Stimme meines Verlegers.
…………………………………………………………………………………………………………………………………………………………..
Pressestimmen
„Lieber Her Ehlers,
Das Allerbeste, was Sie veröffentlicht haben. Auch stilistisch. Meine Lebensgefährtin und ich waren als engagierte Zuschauer im Jahr 1938 mitten drin. Aber unterschiedliches Leseverhalten – sie hat innerhalb eines Tages das Buch verzehrt und dabei die reale Nahrung völlig vergessen. Ich selbst brauchte 6 Tage. Es zerrte zu sehr an meinen Nerven. Teilweise habe ich Ihre Protagonisten lauthals angebrüllt. Ich brauchte Pausen.
Bis bald (dies zunächst als erste Resonanz).“
Gerd Kuka, Norddeutscher Rundfunk (per E-Mail)
…………………………………………………………………………………………………………………………………………………………..
Leseprobe
Der Gauleiter sagte: „Man kann in der heutigen Zeit leicht in den Verdacht geraten, einer überkommenen Regierungsform anzuhängen. Das ist nicht gut. Und wenn man dann noch Kontakt hat zu Leuten, die mit der Waffe in der Hand versuchen, die neue Zeit aufzuhalten, dann wird es richtig gefährlich.“
„Mit der Waffe in der Hand? – Ich verstehe Sie nicht.“
„Herr Berger, ich glaube, das Sie mich sehr gut verstehen. Wir sind hier unter uns, wir müssen uns hier nichts vorspielen. Mir ist gemeldet worden, dass Sie Post aus Rotspanien empfangen …”
„Aus Rotspanien? Aus der Republik meinen Sie?“
„Republik! Eine schöne Republik ist das! Ein bolschewistischer Verbrecherstaat! – Das heißt natürlich nicht, dass es da keine anständigen Menschen gäbe, mit denen man korrespondieren könnte. Aber darum geht es nicht. Sie empfangen Briefe von jemandem, der in den so genannten Internationalen Brigaden für die Bolschewisten gekämpft.“
Berger schüttelte den Kopf. Susanne, dachte er.
„Das brauchen Sie nicht abzustreiten, Herr Berger, das weiß ich einfach. Und ich würde sagen, zum Glück weiß ich das! Zum Glück gibt es bei der Post anständige Menschen, die darauf achten, wer welche Briefe empfängt, und die der Partei Meldung machen, wenn da irgendetwas nicht stimmt …“
* * *
Frühere „Empfehlungen der Woche“ finden Sie hier >>





Mord unter Segeln