Hämatom

Hämatom
von Lucie Flebbe

Grafit
ISBN 978-3894253677
Preis 8,95 €

Lila Ziegler ist wieder da

»Mein Name ist Lila Ziegler, ich habe mindestens zwei verschiedene Aufputschmittel und jede Menge Alkohol zu mir genommen …« – Lila Ziegler macht mal wieder keine halben Sachen. Nachdem sie zwei Wochen daran gearbeitet hat, ihren Beziehungsschmerz zu betäuben, begibt sie sich in eine Klinik zur Entgiftung.
Dort fällt ihr eine Putzfrau auf, deren Arm ein auffälliges Hämatom ziert. Nur ein paar Tage später wird Lila Zeugin, wie die junge Frau an einem Herzinfarkt stirbt. Lilas Neugier ist geweckt: War das wirklich ein natürlicher Tod? Dreist bewirbt sie sich auf die frei gewordene Stelle der Abteilungsleitung in der Putzkolonne und bald bietet sich ihr ein sehr widersprüchliches Bild von der Verstorbenen: liebevolle Mutter oder nymphomanisches Flittchen? Hilfsbereite Kollegin oder karrieresüchtige Zicke?
Als Privatdetektiv Ben Danner in der Klinik auftaucht, muss sich Lila endlich ihm und ihrer eigenen Geschichte stellen. Gleichzeitig kristallisiert sich ein handfestes Motiv für einen Mord heraus …

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Lucie Flebbe,

kam 1977 in Hameln zur Welt. Sie machte eine Ausbildung zur Physiotherapeutin. “Der 13. Brief” ist ihr Debüt als Krimiautorin. 2008, nach der Veröffentlichung von “Der 13. Brief”, hat sie geheiratet und ihren Nachnamen von Klassen in Flebbe geändert. Sie lebt mit ihrem Mann und drei Töchtern in Bad Pyrmont im Weserbergland.

http://lucieflebbe.de
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Drei Fragen an Lucie Flebbe

Wann begann Ihre kriminelle Laufbahn?
Meine kriminelle Laufbahn begann 2008 mit der Veröffentlichung meines Krimi-Debüts “Der 13. Brief”, das 2009 sogar mit dem Friedrich-Glauser-Preis, Sparte Debüt ausgezeichnet wurde.

Wie viele Verbrechen gehen auf ihr Konto?
“Hämatom” ist mein zweiter Kriminalroman und außerdem die Fortsetzung vom “13.Brief”

Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung zu sagen?
Ich fange doch gerade erst an.
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Pressestimmen

»Klassen beherrscht eine angelsächsische Keckheit und Lässigkeit, die nie in Dauerwitzelei abgleitet. Lila, die Codes und Allüren der Kids kennt, glaubt man das Jungsein im Hier und Heute.«
(Stuttgarter Zeitung)
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Leseprobe

Bochum bei Nacht von oben zu betrachten ist irritierend. Als würde man in einem Raumschiff über einem fremden Planeten hängen. Und dabei überlegen, ob es nicht das Klügste wäre, einfach weiterzufliegen.
Klingt depressiv, ich weiß.
Soll es auch.
Mein Name ist Lila. Ich bin zwanzig Jahre alt und mein Leben ist eine Katastrophe.

Ich blickte auf das blinkende Meer bunter Lichter, das den Advent ankündigte. Der beleuchtete Förderturm des Bergwerkmuseums ragte hinter den Häusern hervor wie ein außerirdisches Insekt und in der Ferne hörte ich das Brummen der
Autobahn, das selbst nach Mitternacht nicht verstummte.
Mein Blick glitt über die Schaufenster im Erdgeschoss des Hauses gegenüber, die auch nachts beleuchtet waren. Neben einem Tattoo-Studio, das mit Bildern von tätowierten Hintern warb, zeigte ein Fotoshop Hochzeitsaufnahmen.
Zwischen den unzähligen Satellitenschüsseln, die an den Stockwerken darüber klebten, war es hinter vereinzelten Fenstern noch hell. Ich konnte in die Wohnungen sehen. Ein Mann im Unterhemd schlief mit einer Bierflasche in der Hand vor dem Fernseher. Hinter einer mit Sternen geschmückten Scheibe stritt sich ein Paar seit einer halben Stunde, was in absehbarer Zeit mit einem Totschlag im Affekt enden musste. Und eine Hausfrau mit Schlafstörungen hatte soeben einen vorweihnachtlichen Großputz begonnen. Weiter unten starrte eine Oma aus dem Fenster.
Ich hatte das Gefühl, von ihr beobachtet zu werden, obwohl das unmöglich war, denn ich saß draußen im Dunkeln und in ihrer Wohnung brannte Licht. Trotzdem zog ich mich in den Schatten eines blechernen Belüftungsschachtes zurück.
Mir war kalt.
Kein Wunder: Es war Anfang Dezember, drei Uhr früh und zwei Grad unter null und ich hockte fünf Stockwerke hoch auf einem Dach, neben einer aus öffentlich-rechtlichen Zeiten übrig gebliebenen Fernsehantenne.
Das war das Ende.

* * *

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