Gott würfelt doch
Gott würfelt dochvon Lutz Kreutzer
IL-Verlag
ISBN 978-3952346174
Preis 18,90 €
Irrfahrt durch ein schier unglaubliches Leben
Das Leben des Walter Landes ist von Bildung und Wohlstand geprägt. Ein Ereignis stellt alles auf den Kopf: Walters Freundin Anna verschwindet spurlos, und plötzlich taucht ein Doppelgänger auf. Mit ihm begibt sich Walter auf eine erschreckende Irrfahrt in die Vergangenheit. Dann wird Walter angeklagt, sich selbst heimtückisch ermordet zu haben.
Während seiner Odyssee von Deutschland bis in die Nazi-Fluchtburg Eldorado erkennt Walter schließlich, dass in seinem Leben nichts mehr gilt: Wahrheiten entpuppen sich als Lügen, Sicherheiten als Trugschluss. Walter muss sich einem mächtigen Gegner stellen, um dessen perfiden Plan zu vereiteln.
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Lutz Kreutzer,
beobachtete als Hochschullehrer und Manager im internationalen Umfeld intensiv neue Entwicklungen von High-Tech und Wissenschaft. Er gründete am Forschungsministerium in Wien ein Büro für Öffentlichkeitsarbeit. Neben Sachbüchern, Fachreportagen und Beiträgen in TV- und Rundfunk publiziert er jetzt mit „Gott würfelt doch“ seinen zweiten Roman. Er lebt und arbeitet in München.
Die Website zum Buch: http://www.gottwuerfeltdoch.de
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Drei Fragen an Lutz Kreutzer
Wann begann Ihre kriminelle Laufbahn?
Mit den ersten Windeln. Mein Vater war Polizist.
Wie viele Verbrechen gehen auf ihr Konto?
Das Erste war die Küche meiner Mutter, die ich mit vier unter Wasser gesetzt habe. Danach habe ich nicht mehr gezählt.
Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung zu sagen?
Das wäre sinnlos. Jeder weiß, dass ich schuldig bin.
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Rezensionen
Welcher Verlag sucht nicht danach: Deutsche Autoren, die packend erzählen können, ohne mit dem erhobenen moralischen Zeigefinger daher zu kommen? Zu dieser seltenen Spezies des gehobenen Unterhaltungs-Genres gehört Lutz Kreutzer.
„Gott würfelt doch“ ist anspruchsvolle Unterhaltungsliteratur im besten Wortsinn und lässt sich inhaltlich am ehesten als deutsch-deutscher Thriller umschreiben. Wobei dieses Schubladendenken dem Manuskript nicht wirklich gerecht wird, dafür ist das Werk schlichtweg zu komplex angelegt. Die spannende und gleichzeitig kurzweilige Geschichte beschreibt das abenteuerliche Leben des Protagonisten Walter Landes, der als Mörder lebenslänglich verurteilt wird, und erst frei kommt, als klar wird, dass er gar nicht der ist, für den ihn das Gericht hielt …
Carsten Wittmaack, ScriptTeam Medienagentur, Hamburg
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Leseprobe
Prolog
Vor sieben Tagen noch verwandelte das Weiß der Wand jeden Gedanken in meinem Kopf zu Schmerz. Nachdem sie mich endgültig eingesperrt hatten, schrie ich die Mauer sechseinhalb Stunden lang an, bis meine Stimme erstarb. Danach schlug ich meine Stirn dreimal dagegen, dorthin, von wo mich jetzt der Blutfleck erbleicht und fahl anstarrt. Nun stiere ich auf das Papier, das vor mir liegt, und ich habe beschlossen, es gleichgültig zu finden, ob ich in dieser Zelle stecke oder irgendwo anders dahinvegetiere. Ich habe inzwischen den Richterspruch akzeptiert, denn selbst wenn ich frei wäre, könnte ich all das, was geschehen ist, nicht mehr ungeschehen machen.
Sie haben mich verurteilt, weil ich, Walter Landes, am 16. Juli 1988, siebenundzwanzigjährig, angeblich mich, Walter Landes, heimtückisch getötet habe. Mein Urteil lautet: lebenslänglich. Sie haben sich – aus meiner Sicht – der Unfähigkeit preisgegeben, denn ich bin der einzige Mensch, der genau weiß, was vorgefallen ist. Menschen besitzen unterschiedliche Wahrheiten, und die meisten begreifen die große Wahrheit niemals; doch es reicht aus, wenn in diesem Fall nur ich der einen Wahrheit gerecht werde, denn sie wird nicht wahrer dadurch, dass mehr Menschen sie kennen; niemand will mir glauben, und ich bin keinem anderen mehr Rechenschaft schuldig.
Jetzt sitze ich auf einem zerkratzten Holzstuhl, an einem kleinen, schäbigen Resopaltisch, einen Bleistift in der Hand, den ich an seinem Ende zerkaut habe, verurteilt als Mörder; ein klares Fehlurteil! Denn wäre dem rechtens, so wäre ich der erste Selbstmörder, der verurteilt wurde.
Ich werde mir nicht die Qual bereiten, das Fehlurteil aufzuklären. Mein Fall scheint so glasklar, dass selbst meine Eltern erwägen, ich wäre mein Mörder. Und ich kann sie alle verstehen, dass sie das glauben. Im Grunde bin ich dankbar dafür, dass jetzt alles zu Ende gegangen ist, denn das Versteckspiel der letzten Jahre hat mich aufgefressen, und meine Seele ist dabei allmählich verbrannt.
Den Platz der Verzweiflung erkämpft sich mehr und mehr die Gleichgültigkeit in meinem Kopf. Ich werde aufschreiben, wie alles geschehen ist, nicht etwa um Recht zu erfahren. Nein, die Justiz interessiert mich nicht mehr, die Justiz ist – faktisch betrachtet – meiner nicht mehr würdig, denn ich habe ein Urteil provoziert, das es gar nicht geben kann und sie daher in die Absurdität geführt. Ich hause in dieser Zelle, vom Staatsanwalt angeprangert, von den Richtern verdammt, von den Menschen verteufelt, von den Medien ausgeweidet und von der Welt durch den Sumpf der Verachtung gezogen. Es ist im Grunde ein Segen für mich, gefangen gehalten zu werden, denn wenn ich wieder nach draußen käme, würde ich die Schmach, die über mich hereinbräche, nicht ertragen können. Und ich schreibe das alles nur deshalb auf, weil ich mir selbst ein Bild malen möchte; ein Bild – so schön, so grausam und so schmerzlich – wie es sich in dem Moment abzuzeichnen begann, als ich ihm zum ersten Mal begegnete.
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Mord unter Segeln