Die große Hochzeit

Die große Hochzeit
von Reinhold Friedl

Schardt
ISBN 978-3898415408
Preis 12,80 €

Islamistischer Terrorismus in der norddeutschen Provinz

Die ausgelassene Feier nach dem Gewinn des Oste-Pokals endet für die Blau-Weißen Kicker mit einem bösen Erwachen: Eine Spielerfrau wird auf dem Nachhauseweg brutal ermordet; der Schnitt durch ihre Kehle ähnelt einem roten Halbmond. Die gesamte Mannschaft und ihre Gäste sind für die örtliche Polizei tatverdächtig, auch der Lokalreporter Amandus Abendroth, der die Leiche gefunden hat. Das journalistische Trüffelschwein nimmt wieder einmal die Spur auf, immer auf der Suche nach der großen Story. Im Oldenburger Ziegelhofviertel wird sein Freund Raimund durch Verwechslung Opfer einer Autobombe, die Amandus’ Benz in Schutt und Asche legt. Schnell wird klar, dass es sich um keinen persönlichen Rachefeldzug handelt, sondern dass der islamistische Extremismus die norddeutsche Provinz erreicht hat. Wie ernst werden die Hinweise genommen, die ein Reitturnier und eine Schiffspassage von der Nordsee nach Hamburg als Ziele terroristischer Anschläge voraussagen?
Mit seinem untrüglichen Gespür und unter Einsatz seines Lebens macht sich Amandus Abendroth an die Aufklärung des Falls und kommt so zu der Story seines Lebens.
Wie auch in seinem ersten Elbe-Weser-Krimi verbindet sich hier ein spannender Fall mit einem unterhaltsamen Porträt von Land und Leuten im Elbe-Weser-Dreieck. Reinhold Friedl schickt mit Lokalreporter Amandus Abendroth einen äußerst sympathischen Vertreter seiner Zunft auf Verbrecherjagd von Oldenburg über das Cuxland bis nach Hamburg. Neben aktuellen politischen Bezügen versteht es Friedl in seinen Romanen, ein liebe- und humorvoll gezeichnetes Panorama seiner zweiten Heimat an der Oste aufs Papier zu bringen.

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Reinhold Friedl ,

wurde 1948 in Hamburg geboren. Der promovierte Politik-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler arbeitete als Polizeivollzugsbeamter beim BGS, als Oberstudienrat, in einem Kultusministerium, war Mitinhaber eines politischen Kleinverlags und internationaler Beamter der Vereinten Nationen (UNESCO/UNHCR) in Genf, Paris und Afrika. Er ist Lehrbeauftragter der Universität Oldenburg und Leiter der Regionalstelle Nord der UNO-Flüchtlingshilfe. Seit dreißig Jahren publiziert er wissenschaftliche Bücher und Artikel sowie belletristische Kurzgeschichten. Er ist Mitglied im „Syndikat“, der Autorengruppe deutschsprachiger Kriminalliteratur. Nach „Tödliches Tabu“ (3. Auflage 2008) und „Genfer Schlendertage“ (2008) ist „Die große Hochzeit“ sein drittes Buch im Schardt Verlag.

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Drei Fragen an Reinhold Friedl

Wann begann Ihre kriminelle Laufbahn?
Früh. Als Zwölfjähriger veröffentlichte ich meinen ersten Kurzkrimi auf der Kinderseite der “Harburger Anzeigen und Nachrichten”. Dabei spielte eine phantastische Wilddieberei im afrikanischen Urwald eine entscheidende Rolle, auch eine als Lasso verwendete Riesenschlange, um eine Elefantenherde einzufangen. In etwas reiferen Jahren war es dann 1985 der Kurzkrimi “Ein landesüblicher Handel” in der Süddeutschen Zeitung.

Wie viele Verbrechen gehen auf ihr Konto?
Zahlreiche. Und wenn man die kleinen Miniwörterbücher bei Karstadt mitrechnet, die in der Jugendzeit gut in eine Hand passten, noch mehr. Immerhin Bücher. Kapitalverbrechen werden es etwa ein Dutzend gewesen sein, obwohl ich bei Terroranschlägen auf dem Weltschifffahrtsweg Elbe etwas den Überblick verloren habe.

Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung zu sagen?
Das bringt mich zum Nachdenken … Ich wollte immer die zehn Gebote einhalten, muss jetzt aber wohl doch mal wieder zur Beichte gehen und um Vergebung bitten.

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Pressestimmen

Terrorismus vor der Haustür
Auf das Thema habe ihn ein Zeitungsartikel über al-Qaida gebracht. Tenor: Die Terrororganisation suche sich mit Vorliebe diejenigen Ziele aus, die einen möglichst großen wirtschaftlichen (und symbolischen) Schaden anrichten. „Auf einer dort genannten Liste wurden 20 potenzielle Anschlagsziele veröffentlicht. Singapur gehörte beispielsweise dazu, aber auch die Elbe zwischen Cuxhaven und Hamburg. Wenn man den Schifffahrtsweg lahm legt, verursacht das Schäden in Milliarden-Höhe.
In seinen Krimis rückt der Autor nicht nur aktuelle politische Themen in den Fokus. Der gebürtige Harburger, der noch bis vor kurzem in Geversdorf lebte, beweist zudem ein Händchen für die kleinen und großen Geschichten aus dem Elbe-Weser-Dreieck. Seine Bücher „Genfer Schlendertage“ und „Tödliches Tabu“ wären durchaus auch als Restaurant- und Kneipenführer oder als regionaler Reiseatlas lesenswert …
Hamburger Abendblatt v. 17. Juni 2010

Reinhold Friedl ist Spezialist für solch höchst exakte Milieuschilderungen – in seinem neuen Buch „Die große Hochzeit“ aber übertrifft er sich selbst.
Dabei spielt die Handlung nur teilweise in Oldenburg, hauptsächlicher Schauplatz ist das Land zwischen Elbe und Oste, wo sich der internationale Terrorismus einnisten und aus der Triumphfahrt der „Queen Mary II“ ein Desaster machen möchte. Eine Geschichte, die zwischen Sahara und Uhlhornsweg spielt und mithin eher unglaubwürdig sein könnte – wenn da nicht Friedls Art zu schreiben wäre. Als Politik- und Sozialwissenschaftler mit engen Kontakten zu den Vereinten Nationen und zur UNO-Flüchtlingshilfe ist er zudem Insider genug, um den Terror nicht in spekulativer Manier darzustellen, sondern als real existierendes Phänomen – und natürlich als weltweite Bedrohung.
Nordwest-Zeitung v. 26. Juni 2010

„Die große Hochzeit“ begeisterte ein belesenes Publikum
Die Fußball-Weltmeisterschaft war in vollem Gange und in der Ostener „FährStuv“ wurde das belesene Publikum von dem Oste-Pokalendspiel zwischen „Blau-Weiß Geversdorf“ und den „Geest Kickern“ – gefolgt von einem Mord – gefesselt. Lokalreporter Amandus Abendroth konnte nicht ahnen, dass seine Fähigkeiten als journalistisches Trüffelschwein noch erheblich herausgefordert werden sollten.
Niederelbe-Zeitung v. 28. Juni 2010

Ministerpräsident bittet um Autogramm

Für Schriftsteller ist es der angenehmere teil ihrer Tätigkeit, wenn interessierte Leser die Bücher signiert haben möchten. Etwas Besonderes ist es aber schon, wenn der Niedersächsische Ministerpräsident zu dieser Leserschaft gehört.
Aus diesem Grund hatten sich Ministerpräsident David McAllister und Krimiautor Dr. Reinhold Friedl auf dem Dobrock-Reitturnier im Landkreis Cuxhaven verabredet, welches ein wichtiger Schauplatz in Friedls neuem Krimi „Die große Hochzeit“ ist. Krimileser McAllister brachte sein Exemplar des neuen Friedl-Krimis mit und ließ es sich vom Autor signieren. David McAllister: „Ich habe beide Elbe-Weser-Krimis von Reinhold Friedl gelesen.“ Und der Ministerpräsident schien sich nicht gelangweilt zu haben, im Gegenteil. McAllister: „Den neuen Krimi ‚Die große Hochzeit’ habe ich an einem Sonntag am Stück gelesen.“
Nordsee-Zeitung v. 20. August 2010

Krimiautor mit Blick fürs „große Ganze“
In UN-Diensten flog Dr. Reinhold Friedl um die halbe Welt/Romanhandlungen aus der Provinz – das ist der Platz, an dem die beiden bisher erschienen Krimis („Tödliches Tabu“ und unlängst erst „Die große Hochzeit“) entstanden. Der Platz, von welchem aus Friedl sein Alter Ego, den den Lokalreporter Amandus Abendroth, in eine neue Geschichte schubst – in eine „Mordsgeschichte“ besser gesagt: Blutvergießen gehört nun mal zu einem anständigen Thriller; darüber hinaus gibt es in den Regionalkrimis des 62-jährigen, mögen sie auch im hintersten Winkel des Elbe-Weser-Dreiecks spielen, stets eine Verbindung zu Ereignissen oder Machenschaften, die sich auf der politischen Weltbühne abspielen.
Niederelbe-Zeitung v. 13. August 2010

Politthriller mit einer Menge Lokalkolorit
Es geht im Buch um die wachsende terroristische Bedrohung, um islamistische Überzeugungstäter, welche die deutsche Provinz – entgegen üblicher Vorstellungen – gar nicht erst zu „unterwandern“ brauchen, weil sie einen deutschen Pass, deutsche Vor- und Zunamen haben; kurz gesagt: weil sie doch selbst jenem Milieu entstammen, in dem sie sich unbehelligt bewegen. Berichte über die „Sauerland-Gruppe“ mögen Friedl zu seinem Roman inspiriert haben. Davon abgesehen weiß der 62-Jährige auch durch seinen „Brotberuf“ um den Nährboden für Krieg, Fanatismus und Terror. In den Diensten der Vereinten Nationen bereiste Friedl zahlreiche Ecken der Welt, darunter auch solche, die als „Brennpunkte“ gelten.
Cuxhaven Kurier und Hadler Kurier v. 14. Juli 2010

Islamistischer Terror in der Provinz
Geschichten über die Polisario-Bewegung, über den Einsatz in Afghanistan und die UN mischen sich mit kommunalpolitischen Anekdoten und Machtspielen. Der 11. September ist immer präsent. Und bereitet auf eine mögliche Katastrophe vor.
Erstaunlich viele Frauen zeigen im Krimi Sachverstand.
Islamistische Akteure geraten außer Kontrolle – ohne dass Vorurteile bedient werden.
Vorwärts-Online v. 14. Juli 2010

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Leseprobe

Drei Männer in blauen, wasserfesten Overalls, zwei davon mit Umhängetaschen über den Schultern, verließen das Wohnboot der Lotsenbrüderschaft neben der Alten Liebe und dem Hafenrundfahrtsanleger, hinter dem das ausgemusterte rote Feuerschiff Elbe 1 lag, welches als Museumsschiff genutzt wurde. Nach wenigen Schritten hatten sie ein kleines, maritimes Kraftpaket erreicht. Sie bestiegen es über die breiten, grünlichen Planken mit dickem Gummischutz außenbords. Auf den orangefarbenen Aufbauten standen die Schriftzüge „Pilot“ und „Hanse 12“. Einer der Seeleute stieg in die kleine Kajüte hinunter und startete das Lotsenversetzboot. Die beiden anderen blieben auf dem offenen Heckteil mit den wie riesige Krampen gebogenen Haltevorrichtungen. Sie hatten zwar bemerkt, dass zwei junge Männer und eine blonde Frau die Metalltreppe herunterkamen, dem aber keine weitere Bedeutung beigemessen. Völlig überraschend sprangen die drei ebenfalls auf Hanse 12 auf.
„Seid ihr verrückt geworden? Runter hier“, schrie sie ein Lotse an. Die Antwort war ein mehrfaches Plopp aus einer großkalibrigen Handwaffe mit Schalldämpfer. Die beiden Lotsen hatten keine Chance und wurden sofort in die kleine Kabine geworfen. Moritz Abdullah stand im gleichen Moment neben dem Schiffsführer des kleinen Lotsenbootes und hielt ihm den Schalldämpfer an die Schläfe.
„Denk gar nicht erst daran, eine Warnung abzusetzen. Mach alles wie normal.“ Das musste er ihm angesichts der beiden toten Lotsen nicht zweimal sagen. Hanse 12 fuhr zur Hafenausfahrt und steigerte die Geschwindigkeit Richtung Weltschifffahrtsweg zwischen Alter Liebe und Kugelbake. Als sie aus der Sichtweite des Hafens waren, schmissen Moritz Abdullah und Hugo Abdelrahmann die beiden Leichen über Bord, wo sie schnell in der Dunkelheit verschwunden waren. Als die kräftige Nussschale Hanse 12 in Sichtweite der Grimmershörnbucht längsseits der mächtigen Queen Mary II ging, öffnete sich über ihr die Lotsentür in der Bordwand, und die Lotsen-Gangway wurde herabgelassen. Auch dies war komfortabler als bei vielen anderen Schiffen, bei denen Lotsen ungeachtet ihres Alters zwanzig bis dreißig Meter hohe Strickleitern erklimmen mussten.

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