Debüt

Die für den Friedrich-Glauser-Preis 2009 nominierten Debütromane

In dieser Woche empfehlen wir die Romane,
die für den Friedrich-Glauser-Preis 2009
in der Kategorie ‘Debütroman’ nominiert wurden.

Lucie Klassen -
Der 13. Brief (Grafit)

Große Klappe, großes Herz – mit ihrer Protagonistin Lila hat die Debütantin Lucie Klassen eine der frechsten Figuren der deutschen Krimilandschaft geschaffen. Die 21-jährige Lila drückt sich vor dem Studium, das ihre Eltern für sie geplant haben, und nistet sich bei dem Detektiv Ben Danner in Bochum ein. Bald steckt sie mitten in den Ermittlungen zum angeblichen Selbstmord einer Schülerin. Schräge Gestalten, witzige Dialoge, hohes Erzähltempo: Man darf sich auf Lilas nächsten Fall freuen!

Lucie Klassen kam 1977 in Hameln als Lucie Flebbe zur Welt. Sie machte eine Ausbildung zur Physiotherapeutin. “Der 13. Brief” ist ihr Debüt als Krimiautorin. 2008, nach der Veröffentlichung von “Der 13. Brief”, hat sie erneut geheiratet und ihren Nachnamen von Klassen in Flebbe geändert. Sie lebt mit ihrem Mann und drei Töchtern in Bad Pyrmont im Weserbergland.

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Oliver Pötzsch -
Die Henkerstochter (Ullstein)

Kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg wird in der bayerischen Stadt Schongau ein sterbender Junge aus dem Lech gezogen. Eine Tätowierung deutet auf Hexenwerk hin und sofort beschuldigen die Schongauer die Hebamme des Ortes. Der Henker Jakob Kuisl soll ihr unter Folter ein Geständnis entlocken, doch er ist überzeugt: die alte Frau ist unschuldig. Unterstützt von seiner Tochter Magdalena und dem jungen Stadtmedicus macht er sich auf die Suche nach dem Täter.

Oliver Pötzsch, Jahrgang 1970, arbeitet seit Jahren als Filmautor für den Bayerischen Rundfunk, vor allem für die Kultsendung quer. Er ist selbst ein Nachfahre der Kuisls, die vom 16. bis zum 19. Jahrhundert die berühmteste Henker-Dynastie Bayerns waren. Oliver Pötzsch lebt in München.

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Jochen Rausch -
Restlicht (KiWi)

Was einfach so verschwindet, verschwindet nie ganz. Seit 30 Jahren entspinnt der Fotograf Peter Bloom immer neue Geschichten, warum Astrid verschwunden ist, verfasst Theorien, wie es gewesen sein könnte, und lebt mit der Vorstellung, dass dieses Mädchen seine große Liebe war. Ohne ein Wort, ohne Ankündigung. Sie war einfach fort. Astrid war Peters erste Freundin, bis sie plötzlich verschwand. Nach monatelanger, vergeblicher Suche haut Peter einfach ab: raus aus der bedrückenden Kleinstadt an der deutsch-deutschen Grenze, fort von seiner spießigen Familie, weg nach Amerika. Als sein Vater im Sterben liegt, kehrt er widerwillig zurück. Aber da ist auch diese alberne Hoffnung: Ob er Astrid finden wird? In der Stadt hat sich auf den ersten Blick nicht viel getan, nur die Grenze fehlt. Genau dort wurde gerade das Skelett eines Mädchens gefunden. Todeszeitpunkt: Sommer 1975. Der letzte Sommer mit Astrid.

Jochen Rausch, wurde in Wuppertal geboren und arbeitete als Reporter für Zeitungen und Zeitschriften, den Hörfunk und das Fernsehen. Als Musiker produzierte er mehrere Schallplatten und CDs. Zuletzt vertonte er mit seiner Band “LEBENdIGITAL” Gedichte von Jörg Fauser (“Fausertracks”). Er arbeitet als Programmmacher in Köln. “Restlicht” ist sein erster Roman.

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Linus Reichlin -
Die Sehnsucht der Atome (Eichborn)

Der belgische Inspektor Hannes Jensen wird kurz vor seiner Frühpensionierung in einen kniffligen Fall verwickelt: Ein amerikanischer Tourist hatte im Kommissariat um Hilfe gebeten, weil er sich bedroht fühlte. Am nächsten Tag fand man ihn tot auf der Straße. Seine Obduktion deutet auf einen Mord, der menschliche Fähigkeiten übersteigt. Was haben die zehnjährigen Zwillinge damit zu tun, die ihren Vater gehasst haben und spurlos verschwunden sind? Oder deren mysteriöse Kinderfrau, der seherische Kräfte nachgesagt werden? Und nicht zuletzt: Wie soll der Hobby-Quantenphysiker Jensen das in Ruhe herausfinden, wenn ihm die schöne Blinde immer dazwischenfunkt? Die Spur führt Jensen nicht nur nach Arizona und Mexiko, sondern auch an die Grenzen der erklärbaren Welt.

Linus Reichlin, geboren 1957, begann nach längeren Aufenthalten in Südfrankreich und Kanada Reportagen zu schreiben, für die er 1996 mit dem „Ben-Witter-Preis“ der ZEIT ausgezeichnet wurde. Seit 2008 arbeitet er als freier Schriftsteller. Für seinen ersten Roman, „Die Sehnsucht der Atome“, erhielt er den Deutschen Krimi Preis 2009 (1. Platz National). Linus Reichlin lebt in Berlin und Zürich.

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Amaryllis Sommerer -
Selmas Zeichen (Milena)

Wenn Liebe zum Wahn wird… Selma Seiler ist Ärztin und endlich selbständig. Voll Stolz, ihr Lebensziel verwirklichen zu können, bezieht sie eine neue Wohnung mit angeschlossener Praxis. Harrlich, ihr freundlicher Nachbar, ist davon überzeugt, dass er immer schon auf Selma gewartet hat; sie ist der Grund, warum es hin gibt. Er liebt sie vom ersten Augenblick an. Selma, die von Harrlichs Zuneigung keine Ahnung hat, muss nach und nach erkennen, dass er sie gezielt verfolgt: mit Blumen, Geschenken, Telefonaten, heimlichen Fahrten mit ihrem Auto. Er dringt in ihre Wohnung ein, in ihr Leben und in ihre Psyche. Selma weiß sich nicht mehr zu helfen. Nach dem Tod seines Großvaters, seiner einzigen Bezugsperson, geraten seine krankhaften Gewaltphantasien außer Kontrolle …

Amaryllis Sommerer, in Wien geboren, studierte Theaterkostüm an der Hochschule für Angewandte Kunst, anschließend Theaterwissenschaft. Danach Regieassistentin bei Film- und Fernsehproduktionen. Dann Drehbuchautorin für TV-Spielfilme, TV-Serien und Kinospielfilm. Filmdramaturgin. Autorin mehrerer Kinderbücher. 2008 nominiert für den Friedrich-Glauser-Preis (Sparte ‘Kurzkrimi’). 2008 Romandebut, ein Psychothriller: “Selmas Zeichen” (Milena Verlag)

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Für den Friedrich-Glauser-Preis, dem Autorenpreis deutsche Kriminalliteratur 2009, konnten deutschsprachige Kriminalromane eingereicht werden, die im Jahr 2008 erstmals und als Debütroman der Autorin/des Autors erschienen sind (Originalausgaben)
- es wurden 78 Titel bei der Jury eingereicht.

Der Preis in der Kategorie ‘Debütroman’ ist mit 1.500€ in bar in nicht fortlaufend nummerierten Scheinen dotiert.

Der/Die Preisträger/in wird auf dem “Tango Criminale”, der großen Abschlußgala bei der CRIMINALE in Singen am Samstag, den 9. Mai 2009 verkündet und geehrt.

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