TAT-Zeuge 2016

Der TAT-Zeuge 2016 ist im Gmeiner-Verlag erschienen und kann hier bestellt oder im Buchhandel erworben werden.

270 S. / 12 x 20 cm / Paperback
April 2017
ISBN 978-3839220542

Vorwort der Herausgeberin

Nadine Buranaseda

Vorworte liest kein Mensch, oder? Gut, Sie – ja Sie, tun Sie nicht so überrascht! – bilden jetzt die Ausnahme, aber normalerweise schrecken solche Einleitungen den Leser ab wie Allgemeine Geschäftsbedingungen, die nicht mal eine ordentliche Schriftgröße verdienen. Man quält sich so durch den Text und fragt sich, welcher Idi…, äh, wer verflucht noch mal auf die Idee gekommen ist, das Vorwort zu erfinden. Ich für meinen Teil konnte den Gmeiner-Verlag nicht davon überzeugen, diese Zeilen kleiner zu drucken. Das wäre aufgefallen. Dann hätten Sie zurückgeblättert und sie doch gelesen. Aber Moment mal, das tun Sie ja gerade …
Ein Zirkelschluss, scheint mir. Eine ähnliche Kopfnuss wie die alte Frage: Was war zuerst da?
Huhn oder Ei.
Ei oder Huhn.
Huhn.
Ei.
Tja.
Ich seh schon, jetzt sind Sie raus.
Nun, drücken wir es einfacher aus: Am Anfang war das Wort.
Das Vorwort.
Klar.
Und jetzt erwarten Sie natürlich was für Ihre Zeit. Denn Sie haben sich ja bereits dazu entschieden, dieses Werk zu erstehen (oder es in irgendeiner legalen oder illegalen Form an sich zu bringen). Aber ich muss Sie enttäuschen:
Da kommt nichts mehr Spektakuläres.
In diesem Vorwort.
Ehrlich.
Und außerdem: Sie rätseln doch immer noch über das Huhn-Ei-Problem nach. Stimmt’s?
Ich könnte an dieser Stelle natürlich argumentieren, dass der TAT-Zeuge, das Jahrbuch des SYNDIKATs, mehr als lesenswert ist. Dass Sie dem Kriminalisten Stephan Harbort oder dem Profiler Axel Petermann, der uns einen exklusiven Einblick in die Anfänge der Fallanalyse gibt, sinnbildlich an den Lippen hängen werden. Oder, dass Sie staunen werden, wie viele SYNDIKATs-Kolleginnen und -Kollegen sich zwischen diesen Buchdeckeln ausgetobt haben.
Sie sind ja immer noch da …
Jaaahaaa, Sieeeee!
Meinetwegen. Also, Sie dürfen einen Blick in die deutschsprachige Krimiszene riskieren, mit allem, was dazugehört. Sadisten – die Kriminalpsychologin Lydia Benecke lässt grüßen – kommen übrigens auch drin vor. Sex vor Gericht, ein Tatsachenbericht von Alexander Stevens, Fachanwalt für Strafrecht und besser bekannt als Strafverteidiger in der Sendung Richter Alexander Hold – check. Echte Knochen – check. Koksende Bodybuilder – check (steigert die Auflage). Motorisierte Krimiautorinnen (kein Witz). Und ein siegreicher FC CRIMINALE (eine unfassbare Tatsache, ein Jahrtausendereignis gar).
Nützt nur nix. Liest ja niemand, das Vorwort. Also wozu die Mühe?
Natürlich, Sie sind immer noch da. Haben Sie zu viel Freizeit?
Na gut, lesen Sie dieses Buch …
Von vorne, von hinten, von oben, von unten.
Egal.
Und lassen Sie das Vorwort aus.


Will man nichts gesagt haben.
Herzlichst Ihre
Nadine Buranasesda