Steirerpakt
Claudia Rossbacher

Steirerpakt

Sandra Mohrs siebter Fall

Gmeiner Verlag

Februar 2017
ISBN 9783839220443
15,– € [D]
     
Ein skurriler Leichenfund lässt die LKA-Ermittler Sandra Mohr und Sascha Bergmann zur Eisenstraße aufbrechen. Vom historischen Einser-Sessellift, der seit fast 70 Jahren vom Präbichl auf den Polster schaukelt, wurde eine nackte Leiche geborgen. Bald schon wird der tote Mann als Einheimischer identifiziert, der vor 15 Jahren nach Kanada auswanderte. Erst vor wenigen Tagen reiste der Arzt aus seiner Wahlheimat an, um dem Begräbnis seiner Mutter beizuwohnen. Sandra Mohr stößt auf so manche alte Wunde, die er dabei aufgerissen hat. Und auf weitere Leichen …
Claudia Rossbacher
© Foto: Sarah Koska

Claudia Rossbacher

Claudia Rossbacher wurde in Wien geboren, ihre Kindheit war von fernen Ländern und fremden Kulturen geprägt. Unter anderem lebte sie in Teheran und Jakarta. Nach einem Tourismusmanagementstudium zog es sie als Model in die Modemetropolen der Welt. Danach war sie Texterin und Kreativdirektorin in internationalen Werbeagenturen. Seit 2006 arbeitet sie als freie Autorin und Herausgeberin in Wien und in der Steiermark und verfasst vorwiegend Kurzkrimis und Kriminalromane. »Steirerblut« und »Steirerkind« wurden für den ORF und die ARD verfilmt, »Steirerkreuz« - ausgezeichnet mit dem »Buchliebling 2014« - soll demnächst folgen.

Empfehlung der Woche

Steirerpakt ist die Empfehlung der Woche der SYNDIKATs-Redaktion vom 6. März 2017.

Kritikerstimmen

Wieder hat die Autorin einen Fall inszeniert, mit dessen Ende man nicht rechnen konnte. Ein Krimi, dessen Geschichte so richtig unter die Haut geht - mit einem interessanten Ermittlerteam. 
ORF Teletext über "Steirernacht"        

Landkrimi auf hohem Niveau [...]. Die Autorin liefert einen Krimi nach dem anderen – und steigert sich.
Woman über "Steirernacht"

Mit dem vierten Fall für LKA-Ermittlerin Sandra Mohr ist Erfolgsautorin Claudia Rossbacher einer weiterer Steirerkrimi geglückt, der nach Verfilmung schreit.
Der Ennstaler über "Steirerkreuz"

Drei Fragen an Claudia Rossbacher

Warum haben Sie sich für ein Leben mit dem Verbrechen entschieden?
Weil’s spannend ist – in jeglicher Hinsicht.

Was ist Ihre Lieblingstatwaffe?
Hauptsache nicht immer dieselbe.

Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung zu sagen?
Es hat so kommen müssen. 

TV-Tipp: Verfilmung "Steirerblut"

Ausgerechnet St. Anna! Mit einem unguten Gefühl kehrt die Grazer LKA-Jungkommissarin Sandra Mohr in ihren Heimatort zurück, um an der Seite ihres neuen Chefs Sascha Bergmann den Tod einer Journalistin aufzuklären. Weil diese eine Enthüllungsstory über Amtsmissbrauch und Vetternwirtschaft schreiben wollte, gerät der Bürgermeister unter Verdacht. Kurz vor der Wahl käme ein Skandal für den umstrittenen Politiker mehr als ungelegen. Verlassen kann er sich nur auf seinen Neffen, den Postenkommandanten Max Leitgeb. Der lässt Beweismittel verschwinden und macht sich plump an Sandra heran, seine "Ex" aus Teenagertagen.

Die Drehbuchvorlage beruht auf dem Roman Steirerblut von Claudia Rossbacher.

Samstag 11.03.2017, 20:15-21:45 Uhr auf das Erste
Ausführliche Informationen zur Sendung finden Sie hier.

Leseprobe

Sandra schlüpfte hinter Bergmann unter dem Flatterband hindurch, um zur steinernen Treppe zu gelangen, die zum Eingang der Talstation hinaufführte. Prompt stürmte ein uniformierter Kollege herbei.
»Halt! Stehengeblieben!«, rief er ihnen von oben zu.
»Sagt wer?« Bergmann stapfte unbeirrt die Stufen hinauf.
»Kontrollinspektor Schaunitzer, Polizeiinspektion Vordernberg«, erwiderte der etwas jüngere Mann skeptisch und betrachtete den älteren nunmehr aus der Nähe. »Und Sie sind?«
Während Sandra längst ermittlungs- und bergtaugliche Zivilkleidung anhatte, trug der Chefinspektor noch immer seinen hellen Sommeranzug und die Mokassins mit den glatten Ledersohlen, die in den Bergen völlig fehl am Platz waren. Die Ansteckblumen, die ihn als Hochzeitsgast zu erkennen gegeben hätten, hatte er während der Fahrt vom Revers seines Jacketts entfernt und kurzerhand aus dem fahrenden Auto geworfen. »Ist doch eh alles bio«, hatte er gemeint, als Sandra ihn der Umweltverschmutzung bezichtigt hatte. Bei seinem Aufzug war es jedenfalls kein Wunder, dass der Landpolizist ihm den Ermittler vom LKA nicht so ohne Weiteres abnahm und seine Identität hinterfragte. Sandra zückte noch einmal ihren Dienstausweis und nannte ihre Namen und Dienstränge.
Bergmanns suchender Blick folgte indessen den Seilen, die zur Bergstation führten. »Wo ist der Tote?«, fragte er.
Schaunitzer trat einen Schritt beiseite und zeigte nach unten. »Längst geborgen. Wir ham ihn ja schlecht dort oben sitzen lassen können, bis ihr aus Graz daherkommts.«
»Habt ihr befürchtet, dass er sich dort oben einen Sonnenbrand holt?«, fragte Bergmann mit steinerner Miene.
Schaunitzer beschloss, die Frage des Chefinspektors ernst zu nehmen. »Hätt ja sein können, dass der Mann noch lebt.«
»Und? Hat er noch gelebt?«
Schaunitzer zuckte mit den Schultern. »Da war leider nix mehr z’ machen. Der war schon ganz kalt und steif. Nach der Bergung ham wir die Leich in die Talstation g’schafft. Dort war sie dann aber der Tatortgruppe im Weg. Deswegen ham wir s’ nach unten ins Lager ’bracht. Die Gerichtsmedizinerin ist auch schon dort.«
»Konnte der Tote inzwischen identifiziert werden?«, fragte Sandra.
Der Landpolizist schüttelte den Kopf. »Von unseren Leuten kennt den keiner. Auch den Kollegen aus Trofaiach und Eisenerz is’ er fremd.«
»Demnach ist es niemand aus der Gegend«, meinte Sandra.
»Ganz ausschließen lässt sich das freilich nicht. Is’ aber eher unwahrscheinlich. Vielleicht is’ einer aus der Stadt Leoben oder ein Tourist von weiter weg. Obwohl ja grad keine Saison ist.«