Mirella Kuchling
© Ulrike Rauch

Mirella Kuchling

Mirella Kuchling lebt in Graz. Sie ist von Beruf Redakteurin. Auf ein bestimmtes Genre festlegen lässt sie sich nicht, aber seit sie beim 1. Grazer Fine Crime Festival Blut gerochen hat, mordet sie nächtens leidenschaftlich. Natürlich nur auf dem Papier, falls das auch Polizisten lesen sollten ... Zum Festival kam sie durch Zufall mit einem vierseitigen Ausdruck ihrer ersten Kriminalgeschichte, die sich dann auch in „13 x Mord“ findet. Mit dieser Sammlung von 13 Kriminalgeschichten rund um Mord und Totschlag konnte sie beim 2. Fine Crime Festival als „richtige“ Krimiautorin auftreten. Weitere Publikationen sind das bereits vergriffene Buch „Literarische Spaziergänge durch Graz“, sowie die Frauenzimmer-Trilogie, bestehend aus „Frauenzimmer unmöbliert“, „Frauenzimmer teilmöbliert“ und „Frauenzimmer vollmöbliert“. Alle drei avancierten zu Verlagsbestsellern. Weiters Mitwirkung an Anthologien wie den „Literarischen Verortungen“, „Dächer über Graz“, "Tod und Tafelspitz" oder dem 2017 erscheinenden Buch zur 35-Jahr-Feier des Grazer Frauenhauses. Im Herbst 2017 kommt "David Green. Auf der Suche nach dem Wetterwürfel", ihr erstes Kinder- und Jugendbuch, das auch für Erwachsene bestens geeignet ist, auf den Markt.

http://www.mirella-kuchling.at/

Bücher von Mirella Kuchling

David Green

David Green

Tod und Tafelspitz

Tod und Tafelspitz

13 x Mord

13 x Mord

Dächer über Graz

Dächer über Graz

Literarische Verortungen

Literarische Verortungen

Frauenzimmer vollmöbliert

Frauenzimmer vollmöbliert

Frauenzimmer teilmöbliert

Frauenzimmer teilmöbliert

Frauenzimmer unmöbliert

Frauenzimmer unmöbliert

Literarische Spaziergänge durch Graz

Literarische Spaziergänge durch Graz

Leseproben & Dokumente

Auszüge aus "13 x Mord"

Die Geschwister Hintermaier, vulgo Kothvogelbauer, saßen links und rechts in der Kirchenbank und sogar Gott konnte vom Himmel aus sehen, dass sie dumm waren. Der Pfarrer blickte wie jeden Sonntag auf ihre dicken roten Backen und leeren Augen. Ihre Eltern waren vor einigen Monaten gestorben und irgendwie hatte er einfach zu wenig Zeit, um sich um sie zu kümmern. Nun, sie waren keine Kinder mehr und man sah ja, dass sie gut über die Runden kamen. Sie wurden auch immer dicker, zumindest die junge Frau, die ihrem Bruder wie aus dem Gesicht geschnitten war, nur dass sie zwei dicke Zöpfe trug und er natürlich nicht. Der Pfarrer lächelte in sich hinein, das hätte gerade noch gefehlt, dann wären die beiden der Obsorge des Dorfes zur Last gefallen! So aber lebten sie abgeschieden auf ihrer Hube, bearbeiteten ihren Acker, molken das Vieh und waren lebenstüchtig genug, nicht zu verhungern. Was wollte man mehr, man konnte sich nicht um alles und jeden kümmern und der Weg zu ihnen hinauf war weit und beschwerlich. Dass sie zur Messe kamen war für den Pfarrer des 666-Seelen-Dorfes ein weiterer Hinweis dafür, dass sie nicht gänzlich verblödet sein konnten, auch wenn hin und wieder nur der Bruder zur Kirche herunterstieg, aber mit Frauen war es ja so eine Sache, hatte er am Rande mitbekommen, immer wieder einmal waren sie unpässlich und dann ließ man sie am besten daheim.
(Aus: Engelmacher)

 

Ihr Mann war ein Schwein und das hatte weniger damit zu tun, wie er aß, sondern vielmehr damit, dass er untreu war. Sie hatte ihn niemals dabei ertappt und direkt fragen konnte sie ihn natürlich auch nicht, aber man schnappte zufällig dies auf und das und manches davon war ziemlich konkret ...
(Aus: Ruhet in Frieden)

 

„Weißt du, irgendwann muss ich diese Geschichte erzählen und ich glaube, der richtige Zeitpunkt ist jetzt.“ Die junge Frau starrte in den Spiegel und warf ihr langes braunes Haar zurück. „Irgendwann“, fuhr sie fort, „ist der Zeitpunkt gekommen, wo nichts mehr geht. Reden nicht und Sex schon gar nicht. Und dann sollte man wohl aufhören.“ „Aber was ist“, fragte sie ihr Spiegelbild und rückte den Stuhl ein Stück nach links, „was ist, wenn man einfach nicht aufhören kann? Stell dir vor, du triffst einen Menschen und er verwurzelt sich so tief in dir, dass es weh tut, ihn herauszureißen.“ Die junge Frau stand rasch auf, ging in die Küche und kam mit einem Glas Whisky zurück. „Du glaubst mir wohl nicht“, fragte sie ihr Spiegelbild wehmütig. „Hältst mich für sentimental?“ Sie wurde wütend: „Ich habe meinen Lebenspartner gefunden, ich hatte ihn und was ist jetzt? Ich bin nur mehr ein halber Mensch und das ist mir zu viel geworden. Zu viel um weiterzumachen!“ Sie schluckte aufsteigende Tränen hinunter, setzte sich, senkte den Kopf und fing stockend an zu erzählen ...
(Aus: Deine Art von Liebe)