Spannend, schwarz & actionreich – und mit brisantem Hintergrund

Friedrich Sperber, kongoerfahrener Geophysiker und Mann für besondere Fälle beim bayerischen Landeskriminalamt, ist raubeinig, scharfsinnig und nicht unbedingt politisch korrekt. Sein erster Fall: eine übel zugerichtete Leiche eines Afrikaners, der mit einer Machete in den beschaulichen Isar-Auen ermordet wurde. Kurze Zeit später stoßen Sperber und das Team um die kompetente Kommissarin Martha Kieninger auf zwei weitere Leichen. Sie hängen im Berg und stören die Ruhe im Voralpenland. Die  Ermittlungen führen die Ermittler auf das begehrte High-Tech-Erz Coltan und einen mysteriösen belgischen Söldner – und auf Deutsche und Österreicher mit rabenschwarzer Vergangenheit … "Lutz Kreutzers Bayerisch-Kongo ist ein spannungsgeladener Action-Krimi, gut gewürzt mit rheinländischem Humor und bayerischem Lebensstil. Die story ist sehr lebhaft und informativ-dramatisch erzaehlt, der Hintergrund des brisanten Themas bis ins Detail gut recherchiert. (…) Spannend bis zum unerwarteten Ende. Kurzum: beste Kriminalunterhaltung, sehr empfehlenswert aber auch nichts für schwache Nerven." Jens Neisel, Leser-Rezension bei amazon. ................................................................................................................................................................................ Lutz Kreutzer, geboren 1959, stammt aus dem Rheinland und hegt als Bergsportler und Geowissenschaftler eine große Liebe zum Alpenraum. Am Wissenschaftsministerium in Wien hat er ein Büro für Öffentlichkeitsarbeit gegründet, weshalb im Hörfunk und TV zahlreiche Beiträge über seine Arbeit gesendet worden sind. Seine beruflichen Reisen und die damit verbundenen Abenteuer nimmt er zum Anlass, komplexe Sachverhalte in spannende Literatur zu verwandeln. Heute arbeitet er als Marketing-Experte einer Technologieschmiede in München mit weltweiter Geschäftsaus-richtung. Er hat bisher zwei Spannungsromane veröffentlicht, die als eBooks erfolgreich sind. Mehr über den Autor. ................................................................................................................................................................................

Lutz Kreutzer im Verhör

Wann begann Ihre kriminelle Laufbahn? Mit den ersten Windeln. Mein Vater war Polizist. Wie viele Verbrechen gehen auf Ihr Konto? Das Erste war die Küche meiner Mutter, die ich mit vier Jahren unter Wasser gesetzt habe. Danach habe ich nicht mehr gezählt. Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung zu sagen? Das wäre sinnlos. Jeder weiß, dass ich schuldig bin. ................................................................................................................................................................................

Leseprobe

Sperbers Fuß klatschte auf den Lehmboden. Ein Knacken drau- ßen hatte ihn aufschrecken lassen. Das Moskitonetz klebte an seinem Unterarm. Sein Gesicht war nass vom Schweiß. Wieder eine Nacht, in der seine Träume Rallye gefahren waren. Es war über vierzig Grad heiß, dazu diese lähmende Feuchtigkeit. Er verfluchte diesen Morgen, genau wie jeden Morgen, seit er in diesem Zelt hauste. Er setzte sich im Feldbett auf, legte den Kopf in die Hände und stöhnte. Seine Zunge klebte wie Kleister. Die klammen Haare warf er nach hinten. Er zog die Arbeitsschuhe an, ohne sie zu schnüren. Dann erhob er sich und streckte den Oberkörper. Das Geräusch des Skorpions, den er versehentlich zertrat, ließ ihn nicht einmal aufschrecken. Er hob den Fuß und betrachtete den Brei aus Chitin, Blut und weißem Schleim. Das ist die Rache am Dschungel, dachte er grimmig. Nie wieder Kongo! Er knöpfte sich die Hose zu und trat vors Zelt. Diese Mine hier war eine Katastrophe, wie alles im Kongo. Überall Hunger, Hass und Krieg. Aber er wurde gut bezahlt für die Exploration. Coltanerz war gefragt in der Welt, alle wollten das Zeug. Handys, Laptops, Spielkonsolen: Ohne Coltan lief gar nichts. Jetzt fiel ihm der Streit von gestern Abend wieder ein, bei einer Flasche Scotch. Sein kanadischer Kollege McMullen hatte mal wieder rummoralisiert. Hatte sich vor Sperber aufgebaut wie ein Bulldozer vor einer Gartenschaufel. »Wie das Coltan aus diesem Scheißdschungel herausgeholt wird«, hatte er gewettert, »das interessiert da draußen niemanden! Und schon gar nicht die verdammt miese Lage der Kongolesen. Die kriegen von dem Reibach nichts ab.« McMullen setzte sich, dass der Holzstuhl krachte. »Es sei denn, sie gehen zu den Rebellen und Kindersol- daten. Was für ein Mist! Und dein Deutschland steckt tief drin in diesem Dreckshandel.« »Na und? Dein Kanada vielleicht nicht?«, hatte Sperber ge kontert. McMullen, dieser ewige Nörgler! Soll ihn doch der Teufel holen. Und meinen Kater auch! Sperber kratzte sich den brummenden Schädel, gähnte und schob beide Hände tief in die weiten Hosentaschen. Die drei Jungen kamen barfüßig und ohne Lächeln auf ihn zu. In dem Moment, als er den größten fragen wollte, was sie hier zu suchen hatten, erkannte er, dass da nichts Gutes kam. Zu spät sah er die Machete des kleinsten Jungen durch die Luft wirbeln. Mit einem dumpfen Knall wie bei einem feuchten Stück Holz, das man mit einer Axt zerteilte, krachte sie auf seinen Rücken. Sperber sah den Kleinen fragend an und dachte: Arschloch! Er sank zur Seite und fiel in den Dreck. Der älteste der Jungen beugte sich hinab, legte seinen Kopf quer und belauerte kalt Sperbers Augen. Totstellen, dachte Sperber. Er starrte ins Leere. Hörte auf zu atmen. Bewegte sich nicht. Es vergingen Sekunden. Eine Ewigkeit. Die Augen des Jungen rollten kaum merklich. Er war berauscht. Er rüttelte an Sperbers Arm. Schneidender Schmerz blitzte durch Sperbers Rücken. Doch sein Gesicht blieb reglos. Dann gingen die drei wieder, auf dem Weg, den sie gekommen waren. Sperber holte Luft und sah, wie der Älteste dem Jüngsten mit der Machete wortlos auf die Schulter klopfte und der Dritte voller Erregung auf ihn einredete. Der Kleine hatte seine Mutprobe bestanden.   * * * Frühere „Empfehlungen der Woche“ finden Sie hier >>